Amüsantes Spiel um Lüge und Wahrheit

Amüsantes Spiel um Lüge und Wahrheit

In der Komödie „Hokuspokus“ von Curt Goetz, an der der Theaterverein Wemmetsweiler bei dieser Probe im großen Kuppelsaal des Rathauses feilt, spielt Emil Mura den Zirkuskünstler Peer Bille.

"Mit Schwung erst so und dann hier durch. Zack, zack!" - "So?" - "Warte, ich zeig's dir nochmal." Emil Mura muss komplizierte Seilknoten lernen, für Fessel- und Entfesslungs-Kunststücke. Da ist Hilfe von Vereinskollegen willkommen. Auch Taschenspielertricks muss Mura bald drauf haben sowie eine Hebefigur. "Es soll zumindest so was in der Art sein, aber eigentlich hebe ich meine Frau nur über die Schulter", sagt er mit einem Grinsen.

Das Stück "Hokuspokus" passte für Regisseur Gerd Kessler besetzungsmäßig optimal zu den Darstellern. Hinzu kommt: "Goetz ist einfach ein amüsanter Autor, und das Spiel um Lüge und Wahrheit ist zeitlos." Denn Peer Bille führt ein Doppelleben. Als man seine zweite Persönlichkeit, den ernsthaften Maler Kjerulf, durch einen dummen Zufall tot glaubt, kommt ihm das äußerst gelegen. Das Problem: Seine Frau Agda (Lisa Jochum) ist angeklagt, Kjerulf umgebracht zu haben. Peer Bille geht ran im Gerichtssaal, um sie zu entlasten. Er will Kjerulf, also quasi sich selbst, umgebracht haben. Man ahnt es schon: Das gibt Chaos. Viel Situationskomik, beispielsweise, wenn Peer sich dank seiner Künste immer wieder aus misslichen Lagen, wie der Festnahme und der Inhaftierung, befreit und sich plötzlich der Polizist (Martin König) gefesselt wiederfindet, viel Wortkomik in den Dialogen zwischen dem Gerichtspräsidenten (Gerd Kessler), dessen Freund (Georg Holzapfel), Staatsanwalt (Achim Fuchs) und Verteidiger (Philipp Heinz). Warum Peer das Missverständnis nicht einfach aufklärt? Wird noch nicht verraten. Es hat jedoch mit der Erkenntnis zu tun, die er später bei der großen Party zum Besten gibt: "Die wahre Kunst ist eine undankbare Person. Sie läuft einem die Absätze schief und dann lässt sie einen laufen mit den schiefen Absätzen!" Und auch Agda erkennt etwas: "Du sollst wieder ein Hokuspokus sein, weil du nur als Hokuspokus glücklich bist!" Man hört sich noch gegenseitig im Text ab bei dieser Probe und karrt noch Utensilien aus dem Fundus herbei. Auch mit den Kostümen ist man noch nicht ganz glücklich. Auf der Bühne lässt sich bereits ein Richterpult erkennen, das Kessler allerdings anders haben will: "Zehn Zentimeter höher!" Drumherum: Kisten, Stühle und ein Haufen von Kjerulfs Kunstwerken.

Und noch etwas gibt es zu sehen: ein Gesicht, das zehn Jahre von der Wemmetsweiler Bühne verschwunden war. Hannelore Seiffert in der Rolle von Agdas Zofe: "Es ist einfach klasse, wieder dabei zu sein!"

Aufführungen: Sonntag, 7. Dezember, Samstag, 13. Dezember, Sonntag, 14. Dezember, jeweils 20 Uhr im Rathaus Wemmetsweiler . Karten bei Schreibwaren Peter (Wemmetsweiler ) und Schreibwaren Weis (Merchweiler). Info: Tel. (0 68 56) 89 29 34.

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