| 20:28 Uhr

Ki-Ka-Ju
„Alles selbsch gemach“ ist das Motto

„Außer Rand und Band im Märchenland“, so das Motto, waren auch die kleinen Narren der Ki-Ka-Ju in Merchweiler.
„Außer Rand und Band im Märchenland“, so das Motto, waren auch die kleinen Narren der Ki-Ka-Ju in Merchweiler. FOTO: Andreas Engel
Merchweiler. Fastnacht mit Wermutstropfen: Im Gedenken an den verstorbenen Hans Backes wurde bei der Ki-Ka-Ju in Merchweiler gefeiert. Von Andreas Engel

So, wie jetzt im katholischen Vereinshaus in Merchweiler wünscht sich niemand den Beginn einer Kappensitzung. Der Vorsitzende der Ki-Ka-Ju, Holger Hassel, trat ans Mikrophon und berichtete vom Tod des Ki-Ka-Ju-Mitglieds Hans Backes, der auch viele Jahre hinweg den Regionalbezirk Ill der Karnevalisten im VSKS führte. Der vielfach ausgezeichnete und geehrte Hans Backes habe sich verdient gemacht um die Brauchtumspflege, sagte Hassel. „Er hätte es gewollt, dass heute gefeiert wird, im Hier und Jetzt.“


Brigitte DePizzol, Präsidentin der Ki-Ka-Ju, oblag es, einen pietätvollen Übergang zur Kappensitzung zu finden, was der humorbegabten Funktionärin glänzend gelang. Unter ihrem Motto „Alles außer Rand und Band im Märchenland“ starteten die Merchweiler Narren ihre Witzraketen in den närrischen Himmel der Merchweiler Faasend. „Ein Jahr haben wir alle geübt, das Ergebnis könnt ihr jetzt erleben“, so die Präsidentin.

Besonders stolz sei man bei der Ki-Ka-Ju, dass das komplette Programm ausschließlich von Vereinsmitgliedern gestaltet wurde, „alles selbschd gemach“. Die Faasend in diesem Jahr sei mal wieder sehr früh, so manch einer habe den Weihnachtsbaum noch im Wohnzimmer, stellte die Präsidentin fest. Aber: „Wir machen alles für euch – und denkt an den Applaus.“ Applaus sei wie ein BH, konstatierte Brigitte DePizzol, „keiner braucht ihn, aber er hebt die Stimmung“. Und damit auch der letzte weiß, um was es geht, hatte sich der Elferrat mit großen Schildern ausgestattet, auf denen „Applaus“ geschrieben stand. So gesehen, konnte bei der ersten Sitzung in der neuen Session nichts schief gehen.



Das Programm war abwechslungsreich, Kalauer jagte Kalauer, die Garden tanzten um die Wette, und alle gewannen, auch ohne die Applausschilder klappte es mit dem Beifall. Klein, aber fein, war die Ki-Ka-Ju-Kappensitzung, im besten Sinne familiär. Und ein Prinzenpaar brauchen die Merchweiler auch nicht, das erledigt der sogenannte Ordensprinz, mit bürgerlichem Namen Lars Zimmer, im Alleingang. Er ist stets zur Stelle, wenn er gebraucht wird, aber auch, wenn er nicht gebraucht wird. Unter den Klängen der Merchtalkowe, der Haus- und Hofband der Ki-Ka-Ju, entfaltete sich ein höchst vergnüglicher Abend. Ehrungen gab es auch. Hans Jakob, langjähriger Ki-Ka-Ju-Vorsitzender, erhielt den Verdienstorden für sein besonderes Engagement. Michael Marx und Stephan Braun wurden für ihre „multifunktionalen Tätigkeiten im Verein“ mit dem Biberorden ausgezeichnet.