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70 000 Euro für die neuen Wasserwege

70 000 Euro für die neuen Wasserwege

Rund 38 800 Kubikmeter unbelastetes Oberflächenwasser mehr im Wasserkreislauf verspricht eine Maßnahme zur Neuverteilung von Regenwasser in Merchweiler. Nun hat die Förderung durch das Land den Bürgermeister erreicht.

Das saarländische Umweltministerium fördert über das Programm "Aktion Wasserzeichen" eine Maßnahme zur Fremdwasserentflechtung in Merchweiler . Umwelt-Staatssekretär Roland Krämer überreichte jetzt einen Zuwendungsbescheid in Höhe von rund 70 000 Euro an den Merchweiler Bürgermeister Patrick Weydmann.

Die Planung sieht vor, das Niederschlags- und Quellwasser im Einzugsbereich der Grabenstraße in einem neuen Regenwasserkanal zu sammeln und direkt dem Vorfluter Merch zuzuleiten. Gleichzeitig soll die Oberflächenentwässerung der Anliegergrundstücke an den neuen, 301 Meter langen Regenwasserkanal angeschlossen werden. Bisher fließt das Fremdwasser in den Mischwasserkanal.

Durch diese Maßnahme werden jährlich rund 38 800 Kubikmeter unbelastetes Oberflächenwasser dem natürlichen Wasserkreislauf erhalten bleiben, anstatt die Kläranlage Wustweiler zu belasten.

"Von den im Rahmen der "Aktion Wasserzeichen" geförderten Projekten profitieren unsere Bürgerinnen und Bürger ebenso wie der Umweltschutz: Durch die Verringerung des Fremdwassers in den Abwassersystemen verbessern wir die Wirkungsweise unserer Kläranlagen und reduzieren damit gleichzeitig die Kosten für die Gebührenzahler", so Krämer.

Eine effiziente Abwasserreinigung setzt voraus, dass auch die Abwassermengen auf das notwendige Maß reduziert sind. Daher sollten Wassermengen, die von ihrer Herkunft und Beschaffenheit her nicht gereinigt werden müssen, auch nicht in Abwasseranlagen eingeleitet werden. Hierzu zählen das in Kanalisationen eingeleitete nicht behandlungsbedürftige Oberflächenwasser sowie Grundwasser aus defekten Kanälen oder Drainage-Wasser.

Gerade im Saarland macht das Fremdwasser mit über 70 Prozent den weitaus größten Teil der Abwassermenge aus. Die übermäßige Fremdwasserbelastung der Kanalisationen führt zu Nachteilen im Gewässerschutz und darüber hinaus zu Problemen bei der wirtschaftlichen Betriebsführung der Abwasseranlage insgesamt. Diese wird dadurch überlastet, und eine Behandlung des Abwassers nach dem Stand der Technik kann nicht mehr gewährleistet werden.

Die "Aktion Wasserzeichen - Förderprogramm zur Regenwasserbewirtschaftung" ist ein Programm des saarländischen Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz, mit dem die Gemeinden und Städte des Saarlandes bei ihren Bemühungen, Fremdwasser von reinigungsbedürftigem Abwasser zu trennen, finanziell unterstützt werden. Es wird aus Mitteln der Abwasserabgabe gespeist. Insgesamt wurden über das Förderprogramm "Aktion Wasserzeichen" seit 1995 mehr als 100 Millionen Euro an Zuschüssen gewährt.