Ausbildungsmarkt im Kreis Neunkirchen: Mehr Ausbildungsstellen als Bewerber

Ausbildungsmarkt im Kreis Neunkirchen : Mehr Ausbildungsstellen als Bewerber

Wer in eine Berufsausbildung gehen möchte, hat die freie Wahl. Viele Unternehmen im Landkreis suchen noch motiviere Azubis.

Im Landkreis Neunkirchen wurden seit Beginn des Ausbildungsjahres im vergangenen Oktober 670 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 6,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig suchten 880 junge Menschen eine Ausbildungsstelle über die Arbeitsagentur, rund 5 Prozent weniger als vor einem Jahr. Am statistischen Zähltag im Juli waren noch 235 Stellen unbesetzt und rund 300 Jugendliche unversorgt.

Mancher Betrieb wird angesichts rückläufiger Schülerzahlen womöglich leer ausgehen. Daher rät Jürgen Haßdenteufel, Leiter der Agentur für Arbeit im Saarland, bei dem einen oder anderen Bewerber genauer hinzuschauen und nach Lösungen für tatsächliche oder vermeintliche Probleme zu suchen. „Manche Jugendliche sind einfach schulmüde. Oftmals wird aus einem mäßigen Schüler von selbst ein engagierter Mitarbeiter, wenn er die Chance erhält, seine Fähigkeiten und sein Talent in einem Beruf, der zur ihm passt, unter Beweis zu stellen.“

Aber selbst dort, wo es tatsächlich hakt, gibt es vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten. Haßdenteufel weist in diesem Zusammenhang insbesondere auf die „Assistierte Ausbildung“ (AsA) hin. Jugendliche werden bereits vor Beginn der Ausbildung unterstützt und, falls nötig, bis zu deren Abschluss professionell begleitet. Die einzelnen Hilfsangebote sind sehr breit gefächert und reichen vom Förderunterricht über die Beratung des Betriebes in Ausbildungsfragen bis zur sozialpädagogischen Betreuung. Was nötig ist, um eine Ausbildung zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen, wird in jedem Einzelfall individuell umgesetzt, teilt die Agentur mit.

Am häufigsten werden im Landkreis Neunkirchen noch Auszubildende für folgende Berufe gesucht: Verkäufer/in (17), Kaufmann/-frau im Einzelhandel (15), Handelsfachwirt/in (14)

Koch/Köchin (11), Dachdecker/in (9), Medizinische/r Fachangestellte/r (9), Anlagenmechaniker - Sanitär-/Heizungs-/-Klimatechnik (8), Fachverkäufer/in. Lebensmittelhandwerk - Bäckerei (8), Restaurantfachmann/frau (8) und Friseur/in (8).

Aber auch junge Menschen, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben oder vielleicht nicht einmal danach gesucht haben, weil sie sich kaum Chancen auf Erfolg ausrechnen, möchte Haßdenteufel ermutigen: „Die Situation am Ausbildungsmarkt ist so gut wie selten zuvor. Gerade wenn es schwierig ist, sollten Jugendliche unbedingt auf die Unterstützungsangebote der Berufsberatung zurückgreifen. Gemeinsam können wir einen Weg in die berufliche Zukunft finden.“

Jugendliche und deren Eltern, die sich von der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Saarland bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz unterstützen lassen möchten, können über die kostenlose Servicenummer (0800) 4  55  55-00 Kontakt aufnehmen.

Unternehmen, die noch junge Menschen in einem Beruf ausbilden möchten oder sich für AsA interessieren, können sich an ihren persönlichen Ansprechpartner beim Arbeitgeberservice oder an die kostenlose Servicehotline (0800) 4  55  55-20 wenden.