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Diakonie Saar
Mama lernt jetzt erst mal Deutsch

Katja Sauerbrey.
Katja Sauerbrey. FOTO: Diakonie Saar/Klein
Neunkirchen. Integration funktioniert nur über die Sprache. „Frau & Beruf“ bietet für Frauen in Sprachkursen jetzt eine Kinderbetreuung an. Von Claudia Emmerich

Bis aus dieser Idee Wirklichkeit wird, dauert es noch ein paar Wochen. Aber bei der Eröffnung der Beratungsstelle „Frau & Beruf“ im Haus der Diakonie Neunkirchen (wir berichteten), war das neue Projekt sehr wohl schon ein Thema. In Redebeiträgen, in ausliegenden Informationsblättern. Im „Frau & Beruf“-Flyer heißt es: Zu den unterstützenden Angeboten gehört auch „Organisation begleitender Kinderbetreuung während eines Sprachkurses“. Um was geht es konkret?


„Wir bieten im Diakonie-Zentrum viele Sprachkurse an. Sie werden fast nur von Männern besucht. Sind Frauen da, sehen wir sie oft mit einem Kind auf dem Schoß“, berichtet Astrid Klein-Nalbach, Leiterin der Abteilung „Berufliche Integration“ der Diakonie Saar. „Es ist wichtig, für Frauen während der Sprachkurszeit ein verlässliches Betreuungsangebot zu schaffen.“ „Wir sind sehr froh über dieses neue Betreuungsangebot“, ergänzt Katja Sauerbrey, Geschäftsführerin des Jobcenters Neunkirchen. „Das Angebot schließt eine Lücke. Jetzt haben wir eine Anlaufstelle, an die wir bei Bedarf verweisen können.“ Von rund 1700 Flüchtlingen beim Jobcenter sind 30 Prozent Frauen. 40 Prozent der Frauen haben Kinder unter drei Jahren, rechnet Katja Sauerbrey vor. Diese Frauen müssten Deutsch lernen für Chancen auf Ausbildung und Arbeit. Aber als Mütter müssten sie ihre Kinder in dieser Zeit auch gut versorgt wissen. Krippen- und Kita-Plätze seien ein knappes Gut.

Zum 1. April soll in der Bahnhofstraße die Pflegestelle nach dem Tagesmuttermodell entstehen. Unterm Dach des Diakonie-Zentrums, nach Vorgaben des Trägers. „Derzeit suchen wir nach Personal“, so Astrid Klein-Nalbach. Die Kurse (Integrationskurs mit Alphabetisierung) laufen vormittags. Parallel dazu sollen die Kleinen (ab sechs Monaten) gut betreut sein. „Starten wollen wir mit fünf Plätzen“, sagt Astrid Klein-Nalbach. „Wenn es sich bewährt, wollen wir auf zehn Plätze erhöhen.“



Astrid Klein-Nalbach.
Astrid Klein-Nalbach. FOTO: Diakonie Saar/Klein