Liebe Hochofenrelikte!

Ihr könnt immer noch durchatmen. Vor 25 Jahren aber, da hattet Ihr den Tod vor Augen, da wusstet Ihr nicht, ob es ans Sterben oder Überleben ging. Zwischen Stummstraße und Boxberg, zwischen Innenstadt und die Saarbrücker Straße hinauf, blitzten damals die Schneidbrenner, regnete es Funken, wenn sich der Feuerstrahl der Sauerstoff-Azetylen-Flamme in die Eisenstrukturen der toten Hütte fraß

Ihr könnt immer noch durchatmen. Vor 25 Jahren aber, da hattet Ihr den Tod vor Augen, da wusstet Ihr nicht, ob es ans Sterben oder Überleben ging. Zwischen Stummstraße und Boxberg, zwischen Innenstadt und die Saarbrücker Straße hinauf, blitzten damals die Schneidbrenner, regnete es Funken, wenn sich der Feuerstrahl der Sauerstoff-Azetylen-Flamme in die Eisenstrukturen der toten Hütte fraß. Seilbagger mit Fallbirne rückten an. Euer Umfeld, liebe Hochofenrelikte, wurde niedergemacht. Bauschutt kam auf die Bauschuttdeponie des Eisenwerkes. Die Eisenteile wurden in 1,50 Meter große Stücke geschnitten und zum Einschmelzen in andere Hüttenwerke gebracht. Drei Abrissfirmen waren dabei, zunächst den Hochofenbereich zu schleifen. Im Hochofenverwaltungsgebäude hatten sie eine besondere Nuss zu knacken. Hier befand sich im Keller ein Bunker. Die Unternehmen mussten 2500 Kubikmeter Beton wegpicken. Und dann erst der 41,4 Meter hohe Kühlturm hinter den Meisterhäusern. Hier hatte die Fallbirne viel Arbeit. Waren das ein Lärm, ein Staub, eine Hektik in der Stadt. Dabei waren diese Arbeiten vor 25 Jahren erst der Anfang. Es sollte noch eine ganze Weile dauern, bis wieder Ruhe in die Innenstadt einkehrte, erinnert sich der Archivar

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