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Lebenshilfe Neunkirchen fördert auch mit Freizeitangeboten Inklusion

Lebenshilfe Neunkirchen : „Klettern stärkt Mut und Vertrauen“

Die Lebenshilfe Neunkirchen fördert auch mit Freizeitangeboten Inklusion.

„Das macht Spaß.“ Strahlend klettert der siebenjährige Aiden die Wand in der St.Wendeler Kletterhalle hoch. Der Schüler der Rothenbergschule, einer von der Lebenshilfewerk im Kreis Neunkirchen getragenen Förderschule geistige Entwicklung, gehört zur inklusiven Freizeitgruppe Klettern, einem neuen Freizeitangebot der Lebenshilfe Neunkirchen, das von der „Aktion Mensch“ gefördert wird. Nachdem die Sportler sich in der Umkleidekabine umgezogen haben, geht es, ausgestattet mit Kletterschuhen und –gurten, zur Kletterwand. Nummerierungen von 3 bis 8 an den Routen kennzeichnen unterschiedliche Schwierigkeitsgrade, wobei sich die Teilnehmer an den Farben orientieren, um einem bestimmten Schwierigkeitsgrad zu folgen.

„Einige unserer Sportler haben sich schon so verbessert, dass sie jetzt einen höheren Schwierigkeitsgrad an der Kletterwand bewältigen können als am Anfang“, erzählt Marion Flegel, die mit ihrer Ehefrau Doreen die Klettergruppe leitet. Selina Feit und Kai Kinzer unterstützen die beiden, sichern die Lebenshilfesportler ab, motivieren und geben ihnen Tipps beim Klettern.

„Klettern ist eine sehr moderne Sport- und Freizeitbeschäftigung, die die Körperhaltung und Konzentration sowie das Zusammengehörigkeitsgefühl stärkt“ , betont die zuständige Ressortleiterin Sonja Alt. Klettern bedeute Abenteuer und Erlebnis. Positiv wirke sich die Sportart auch auf die Wahrnehmung und den motorischen Bereich aus, da jeder Handgriff sitzen müsse. Das Zusammentreffen von Menschen mit und ohne Behinderung in der Kletterhalle fördere zusätzlich die Inklusion. Die Klettergruppe der Lebenshilfe Neunkirchen ist ebenfalls offen für Menschen mit und ohne Behinderung.

„Klettern fördert nicht nur das Selbstwertgefühl und den Mut, sondern trägt auch dazu bei, dass man lernt, loszulassen und anderen Menschen zu vertrauen“, erklärt das Ehepaar übereinstimmend, das selbst seit Jahren klettert. Beim Sichern müsse sich einer absolut auf den anderen verlassen können. Wenn man von der Kletterwand abgeseilt werde, müsse man auch trainieren, loszulassen und zu vertrauen. Die Sportler der Lebenshilfe Neunkirchen, die vom Team der Kletterhalle in St. Wendel sehr herzlich aufgenommen wurden, sind zwischen sieben und 61 Jahre alt. „Wir klettern in zwei Gruppen und haben die Teilnehmer nach ihren Fähigkeiten und der Fahrtroute aufgeteilt“, informiert Marion Flegel. Organisiert wird der Bustransport durch Sascha Herold, da viele Eltern nicht die Möglichkeit haben, ihre Kinder nach St. Wendel zu fahren. „Jeder Verantwortliche trägt einen wichtigen Teil zu dieser Klettergruppe bei und nur durch jedes dieser Puzzleteile kann ein Ganzes entstehen“, erklärt Marion Flegel.

„Durch das Klettern bekommt man mehr Kraft“, antwortet der 16-jährige Lukas auf die Frage, warum er sich für diese Sportart entschieden habe. Außerdem sei es schön, Zeit mit Gleichaltrigen zu verbringen, ergänzt sein Bruder, der 13-jährige David.

„Unser Sohn Jonas hat beim Klettern nicht nur viel Spaß, sondern ist dadurch sehr sportlich geworden“, freut sich Jörg Jennewein.

Nähere Informationen zu der Freizeitgruppe Klettern erteilen Marion und Doreen Flegel unter Tel. (01 79) 9 12 15 15 oder per Mail zwersch68@gmx.de