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Landkreis Neunkirchen ist jetzt auch Corona-Risikogebiet

50 Neue Corona-Fälle alleine am Dienstag : Landkreis Neunkirchen jetzt auch Risikogebiet

Nach St. Wendel hat nun auch der Landkreis Neunkirchen die kritische Marke von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner überschritten. Erste Kommunen reagieren. Illingens Bürgermeister spricht von „Warnschuss“.

Der Landkreis Neunkirchen hat am Dienstag den kritischen Wert von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen überschritten.

Wie die Landkreis-Sprecherin Jasmin Alt mitteilte, seien am Dienstag 50 neue Corona-Fälle im Kreis Neunkirchen gemeldet. Die Zahl der akuten Corona-Fälle im Kreis liegt derzeit bei 97. Damit ist die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz auf einen Wert von 65,5 gestiegen. Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte Alt, dass der deutliche Anstieg der Fallzahlen vermutlich in Zusammenhang mit einer privaten Trauerfeier in Illingen stehe. Dort hatten sich nach Angaben des Kreisgesundheitsamtes mehrere Personen mit dem Corona-Virus infiziert (wir berichteten).

„Jetzt gilt es umso mehr die Hygieneregeln und Abstandsregeln einzuhalten. Es geht um die Erhaltung unserer Gesundheit. Die Situation hat sich verschärft – passen Sie auf sich und Ihre Mitmenschen auf“, appelliert Landrat Sören Meng. In Folge des sprunghaften Anstieges bei den Neuinfektionszahlen habe man sich zudem entschlossen, das Abstrichzentrum in Reden zu reaktivieren. Dort würden jedoch nur die Personen getestet werden, die vom Gesundheitsamt dazu aufgefordert wurden. Unterstützung erhalte der Kreis dabei vom Roten Kreuz, THW und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft, wie Jasmin Alt erklärt.

Erste Gemeinden im Kreis haben bereits auf die Risiko-Einstufung reagiert. So haben die Gemeinden Schiffweiler und Spiesen-Elversberg ihre Rathäuser für den normalen Publikumsverkehr wieder geschlossen. Bürgerinnen und Bürger können diese ab sofort nur nach vorheriger Terminabsprache betreten.

Auch Illingens Bürgermeister Armin König zeigte sich auf Anfrage unserer Zeitung besorgt. In der Gemeinde sind zur Zeit ein Großteil der aktiven Corona-Fälle im Kreis registriert. Vor allem das Abstandsgebot habe seiner Einschätzung nach in den vergangenen Wochen verstärkt abgenommen. „Das ist jetzt ein echter Warnschuss“, beurteilt König die aktuelle Situation und appelierte erneut daran, sich an die Corona-Regelungen zu halten. Die Gemeinde werde dies auch weiterhin kontrollieren. Zudem werde in verschiedenen Bereichen der Gemeindeverwaltung, wie etwa dem Bürgerbüro und dem Bauhof, wieder „nach Termin gearbeitet“, um die dortigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter präventiv zu schützen.

Wegen der Ausweisung als Risikogebiet hat der Landkreis eine Allgemeinverfügung bekannt gegeben, die vorerst bis zum 25. Oktober gelten soll. Demnach werden Privatveranstaltungen in privaten Räumen auf maximal zehn Personen begrenzt. Veranstaltungen im öffentlichen Raum sind dagegen nur noch mit bis zu 25 Personen zulässig. Öffentliche Veranstaltungen, wie etwa Sportveranstaltungen, sind weiterhin davon ausgenommen, wie Alt mitteilt.

Wie im Landkreis St. Wendel werde es auch im Kreis Neunkirchen ein Ausschankverbot von alkoholhaltigen Getränken zwischen 0 und 6 Uhr in Gaststätten, insbesondere Restaurants, Kneipen, Schank- und Speisewirtschaften, Bars, Kantinen, Hotelrestaurants und –bars, Eisdielen und Eiscafés geben. Verkaufsstätten und ähnlichen Einrichtungen, insbesondere Tankstellen, Kiosken, Einzelhandelsgeschäften und Supermärkten ist es in dieser Zeit ebenfalls untersagt, Alkohol abzugeben.

Die Einstufung als Risikogebiet habe für Personen, die aus beruflichen, medizinischen oder familiären Gründen in den Landkreis Neunkirchen kommen, keine Auswirkungen, wie der Kreis erklärt.

Einwohner des Landkreises Neunkirchen, die in den kommenden Tagen in Urlaub fahren, haben die jeweils geltenden Bestimmungen in den Urlaubsorten zu beachten. Für Personen, die im Landkreis Neunkirchen Urlaub machen, gelten keinen besonderen Regelungen. Bei der Rückreise sind die geltenden Bestimmungen in der Heimatregion zu beachten.

Der Landkreis bleibe solange Risikogebiet, bis der kritische Wert von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner fünf Tage in Folge unterschritten wird. Im Laufe der kommenden Woche soll die neue Rechtsverordnung des Landes in Kraft treten, die die Regeln anpasst und für regionale Risikogebiete klare Regelungen trifft. Die ab morgen gültige Allgemeinverfügung des Landkreises Neunkirchen werde dann durch eine Rechtsverordnung des Landes ersetzt.

Die Allgemeinverfügung kann auf der Homepage des Landkreises eingesehen werden: www.lknk.de