| 21:13 Uhr

DRK im Neunkircher Zoo
Kümmern und helfen im besten Sinne

Das DRK Kreisverband veranstaltete im Neunkircher Zoo einen Aktionstag. Auf unserem Bild informiert sich die Familie Brand aus St. Wendel beim Deutschen Roten Kreuz und nimmt am Gewinnspiel am Glücksrad teil.
Das DRK Kreisverband veranstaltete im Neunkircher Zoo einen Aktionstag. Auf unserem Bild informiert sich die Familie Brand aus St. Wendel beim Deutschen Roten Kreuz und nimmt am Gewinnspiel am Glücksrad teil. FOTO: Jörg Jacobi
Neunkirchen. Der DRK-Kreisverband Neunkirchen feierte im Zoo seinen runden Geburtstag und räumte mit Klischees auf. Von Anja Kernig

„Darf man auch noch mal?“ Der nette Mann mit dem weißen Hemd und dem roten Kreuz darauf nickt. Auch, als der Steppke gleich nochmal zum Glücksrad kommt und dann noch mal. Während sich die Seehunddamen Iri und Anke nebenan gerade mit halben Heringen für ihre Saltos belohnen lassen, rühren Manfred Goller, DRK-Kreisgeschäftsführer, und sein Team unterhalb der Zooschule anlässlich des Jubiläumsjahres „150 Jahre Kreisverband Neunkirchen“ fleißig die Werbetrommel. Es geht um viel: Leben retten zum Beispiel, um Fürsorge, Helfen in allen Lebenslagen, Kümmern im besten Sinne. „Die meisten denken bei Rotem Kreuz nur an die Altkleider-Container. Oder vielleicht noch ans Blutspenden“, weiß Goller aus zig Gesprächen und guckt dabei nicht wirklich glücklich. Handelt es sich doch dabei nur um einen Bruchteil dessen, was die Rotkreuzler leisten. Natürlich ehrenamtlich, das kann man nicht oft genug betonen – auch im Ellenfeld-Stadion oder der Ursapharm-Arena. Oder auf der Sommer Alm, „dann sind wir von 11 Uhr morgens bis 2 Uhr früh als Sanitätsdienst vor Ort“, bestätigt Ursula Baumann vom Kreisverband.
„Irgendwann braucht jeder das DRK“, ergänzt Manfred Goller. Wie kürzlich bei den Überschwemmungen in Eppelborn: „Da haben wir die Einsatzkräfte verpflegt und 29 vom Hochwasser betroffene Bürger betreut.“ Weniger öffentlichkeitswirksam, aber mindestens genauso wichtig sind die anderen Standbeine wie Erste Hilfe Lehrgänge, Kleiderkammer oder Demenzbetreuung. „Uns ist es ein großes Anliegen, dass Menschen lange und gut in ihrer vertrauten Umgebung leben können.“ Was für ältere ebenso gilt wie für behinderte. So bietet das DRK im Kreis Neunkirchen Fahrdienste an, aber auch Seniorengymnastik und ist Partner in Sachen Hausnotruf. Gerade im ländlichen Raum, wo es keine Geschäfte in den Orten mehr gibt oder Gastwirtschaften und soziale Anlaufpunkte somit „komplett fehlen“, sieht Ursula Baumann einen großen Bedarf an Angeboten, die zur Gemeinschaftsbildung beitragen. „Dort organisieren wir Bürgerfrühstücke oder auch mal gemeinsame Mittagessen.“


Finanziell stemmen die 26 Ortsvereine im Landkreis ihre Arbeit rein aus Mitgliedsbeiträgen. 11 069 Mitglieder sind es zurzeit. Die Zahlen bleiben „tendenziell stabil“. Was dem Verband wirklich Sorge bereitet, sind die Neuzugänge. Denn dort hakt es. Früher rückten die Kinder der vielen Jugendgruppen automatisch nach. „Heute ist man froh, wenn man von 15 Jungrotkreuzlern zwei übernimmt“, bedauert Ursula Baumann. Dabei, wie gesagt, lebt das Rote Kreuz von seinen Aktiven.

Dass die manchmal auch Pfoten und eine kalte Schnauze ihr eigen nennen, war ein Erkenntnisgewinn am Sonntag im Zoo. Hatte DRK-Mitglied Monika Pfleger doch ihre beiden Schweizer Schäferhunde Lothar (8) und Chico (1) dabei. Mit ihrem weichen weißen Fell und einem gutmütigen Wesen eignen sie sich hervorragend als Eisbrecher bei Veranstaltungen wie letztens im Saarpark Center. „Chico wird zum Therapiehund ausgebildet“, kündigt Frauchen Monika an. Der ältere, Lothar, ist bei Besuchen im Pflegeheim sehr beliebt. „Man braucht Helfer, um Hilfe zu leisten“, betont Manfred Goller und schließt da die Vierbeiner gern mit ein. Und: „Helfen macht Laune.“