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Kreistagsfraktionen im Landkreis Neunkirchen wollen Schulbuchausleihe reformieren

CDU und SPD : Digitale Endgeräte per Schulbuchausleihe

CDU- und SPD-Kreistagsfraktion wollen die Schulbuch-Ausleihe reformieren. Die Aufnahme digitaler Endgeräte in die Ausleihe soll allen Schülern die gleichen Lern-Möglichkeiten bieten.

Die beiden Kreistagsfraktionen von SPD und CDU im Landkreis Neunkirchen regen eine Reform der Schulbuchausleihe an. „Durch die Corona-Krise hat sich der Schulalltag von heute auf morgen fundamental verändert. Digitales Lernen und Homeschooling haben plötzlich eine noch wesentlich größere Bedeutung erhalten. Hier gilt es nun die Zeichen der Zeit zu erkennen“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Sebastian Brüßel. „Die Fortentwicklung der digitalen Infrastruktur an unseren Kreisschulen – hier gehen Kreisverwaltung und die Mehrheitskooperation im Kreistag geschlossen in die richtige Richtung – bleibt zentrale Herausforderung.“

Die Corona-Pandemie habe nicht nur Elend gebracht, sondern auch das Arbeiten zuhause befördert und damit eine Notwendigkeit für das digitale Lernen vorangetrieben, so heißt es von Seiten des SPD-Fraktionsvorsitzenden Willi Kräuter. Der Bund, darauf weisen die beiden Fraktionen hin, stelle jetzt sechs Millionen aus dem Digitalpakt zur Verfügung, um insbesondere die Schüler mit digitalen Endgeräten auszustatten, die sich diese bislang nicht leisten konnten.

Die technische Voraussetzung für alle SchülerInnen zu schaffen, sei infach zu bewerkstelligen, so Kräuter weiter. Entscheidend sei, dass die Lehrkräfte im Umgang mit den neuen Medien durch Medienkompetenzvermittlung unterstützt würden. Der Landkreis solle daher durch geeignete Lernangebote zum Umgang mit den Medien über die kreiseigene Volkshochschule unterstützend wirken. Dazu gehöre neben einem Medienkonzept, mit denen alle Schulen beauftragt wurden, ein Grundgerüst in der Werteerziehung. „Wir müssen als Partner des Landes vorbeugend tätig werden, denn unser Landkreis ist nicht nur Schulträger, sondern Träger der Daseinsfürsorge“, so Kräuter. Jugendhilfe und Schule arbeiteten hier Hand in Hand, gerade auch mit den Eltern. Deshalb habe der Landkreis diese Arbeit in den letzten Jahren personell verstärkt.

Es sollte allen Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit eröffnet werden, auch von zu Hause aus digital für die Schule zu arbeiten, so will es auch die CDU-Frakion. „Wir wollen dabei niemanden zurücklassen und sicherstellen, dass alle Schülerinnen und Schüler die gleichen Chancen beim digitalen Lernen haben.“

In der aktuellen Situation werde deutlich, so Brüßel, dass die digitalen Lernbedingungen von Haushalt zu Haushalt sehr stark variieren. Dabei gebe es Kinder und Jugendliche, die vom digitalen Lernen mehr oder minder komplett abgeschnitten sind. In nicht wenigen Haushalten stünden Computer beziehungsweise Tablet für das Homeschooling nicht oder nur sehr eingeschränkt zur Verfügung. Die Nutzung eines Smartphones eigne sich aufgrund der Größe des Displays für das Lernen aber in aller Regel gerade nicht. „Die Corona-Krise zeigt uns schon heute die Probleme der Zukunft: Je mehr digitale Lernelemente in den Schulalltag einfließen, desto schwieriger wird sich die Situation der Schüler und Jugendlichen, deren Haushalte über keine oder über eine schlechte digitale Infrastruktur verfügt, gestalten. Hier wollen wir zusammen ansetzen und auf Landesebene für eine gesamtkonzeptionelle Lösung werben“, so der Sprecher der CDU-Fraktion im Schul- und Bauausschuss Hans-Werner Backes. „Unser Ziel ist es, dass alle Schülerinnen und Schüler – auch zu Hause – gute digitale Lernbedingungen haben. Die Schulbuchausleihe sollte daher an die digitale Wirklichkeit angepasst werden, damit über diese auch digitale Endgeräte zur Verfügung gestellt werden können.“