Kreistag Neunkirchen: Klimaschutz fängt in den Schulen an

Kreistag Neunkirchen : Klimaschutz und Kinder-Betreuung diskutiert

Ob der Kreis als Bauherr für Kitas auftreten wird, soll abgewogen werden. Zuschüsse für Langzeitarbeitslose.

Die Schulen in Trägerschaft des Kreises, also die weiterführenden Schulen, sind aufgefordert, sich am Klimaschutz-Wettbewerb des Kreises „KlasseKlima“ zu beteiligen. Lilli Metzker, die Klimaschutzbeauftragte des Landkreises Neunkirchen, stellte das Projekt in der jüngsten Sitzung des Kreistages (die SZ berichtete bereits über einen Teil der Tagesordnung) unter Leitung von Landrat Sören Meng (SPD) vor.

Das Ganze soll keine theorielastige Sache werden, sondern den Schülern Gelegenheit geben, im Rahmen der Möglichkeiten in ihrer Schule ganz konkrete Ideen zu entwickeln, wie sie etwas für das Klima und damit die Umwelt tun können. „Ich werde PrimaKlima in den Schulen vorstellen“, so Lilli Metzker, die darauf baut, in den Schulen mit den Schülern an kleinen Schrauben drehen zu können, die auf die Dauer Größeres bewirken können. Dabei wird natürlich auf Freiwilligkeit gesetzt, denn für die Pädagogen bedeutet die Begleitung eines solchen Projektes durchaus Mehraufwand. Dafür winken dann auch Preise von 2000, 100 und 500 Euro, die selbstredend nicht irgendwie verbraten werden dürfen, sondern in Klimaschutz-Maßnahmen fließen müssen. Seit sich der Landkreis Neunkirchen im Jahr 2002 ressourcenschonendes Handeln auf die Fahnen geschrieben habe, sei der Energieverbrauch in den kreiseigenen Liegenschaften um rund 15 Prozent gesunken, weiß Metzker. Seit 2015 gibt es ein entsprechendes Klimaschutzkonzept, das sich auf die Verwaltung, die Gebäude und deren Nutzer bezieht. Mit PrimaKlima sind jetzt die Schüler als Gebäudenutzer gefordert. Start ist zum Beginn des Schuljahres 2019/2020.

Der Kreistag hat unter anderem einstimmig beschlossen, mit den beteiligten Trägern der Jugendhilfe eine Rahmenleistungsvereinbarung über die Durchführung und Finanzierung der Betreuung am Tag im Landkreis abzuschließen. Zielgruppe der Betreuung am Tag sind Kinder und Jugendliche, die im Regelangebot der Nachmittagsbetreuung keine adäquate Förderung erhalten und daher auf eine intensivere Förderung angewiesen sind. 2018, so ist in der Sitzungsvorlage zu lesen, wurden so mehr als 120 Kinder und Jugendliche durch den Kreis gemeinsam mit den freien Trägern unterstützt. Für Landrat Sören Meng ist diese Vereinbarung ein weiterer Baustein zu präventiver Gestaltung in der Jugendhilfe. Also will man den Problemen durch entsprechende Unterstützung vorbeugen.

Unterstützt werden vom Kreis nach dem Beschluss des Rates in seiner letzten Sitzung vor der Kommunalwahl auch 40 ältere Langzeitarbeitslose (Bezieher von Hartz-Leistungen) mit einem Zuschuss zu den Lohnkosten. In den Gemeinden Schiffweiler, Merchweiler, der Stadt Neunkirchen, bei der IKS (Industriekultur Saar) und dem Zweckverband Illrenaturierung arbeiten sie in Projekten der Neuen Arbeits Saar gGmbH (NAS). Der Zuschuss beläuft sich auf 230 Euro pro Person und Monat für das gesamte Jahr 2019. CDU-Sprecher Hans-Werner Backes merkte an, dass bei dem hohen finanziellen Aufwand geprüft werden müsse, wie es mit den Erfolgen solcher Projekte stehe. Die AfD nahm wegen „mangelnder Kostentransparenz“ nicht an der Abstimmung teil.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Willi Kräuter lenkte die Aufmerksamkeit auf die Situation in den Kindertagesstätten im Landkreis Neunkirchen, die in kommunaler beziehungsweise kirchlicher/privater Trägerschaft stehen. Angesichts eines erkennbaren Mangels an Plätzen sei zu befürchten, dass der Kreis mit Klagen „unversorgter“ Eltern konfrontiert werde. Sozialdezernentin Birgit Mohns-Welsch bestätigte, dass der Kreis in der Tat der Adressat für solche Klagen („das kann sehr teuer werden“) sei, es bislang aber keine gegeben habe. Landrat Meng regte an, nach der Wahl in die Diskussion einzusteigen, ob der Kreis, wie es Saarlouis bereits getan hat, in Sachen Kita-Bau aktiv werden solle, um den Mangel an Plätzen abzupuffern.

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