Tourismus im Kreis : Kreis schmückt sich für Bostalsee-Gäste

Tourismus im Kreis : Kreis schmückt sich für Bostalsee-Gäste

Die Tourismuszentrale Saar hat im Neunkircher Kreistag ihre Untersuchungen zum Besucher-Verhalten vorgestellt.

Der Tourismus ist eine Torte, von dem auch der Kreis Neunkirchen sein Stück abhaben möchte. Nachdem bereits in einer vorangegangenen Kreistagssitzung die Christdemokraten das Thema angerissen hatten, war jetzt im jüngsten Kreistag (die SZ berichtete bereits) Birgit Grauvogel von der Tourismuszentrale Saar vor Ort, um ihre Einschätzung für den Landkreis abzugeben. Und die fällt positiv aus. Auch die kleine Delle bei den Besucherzahlen in der jüngsten statistischen Auswertung ändere da nichts, erläutert die Geschäftsführerin.

Die Übernachtungszahlen und die Zahl der Gäste insgesamt sind nach den Auswertungen der Tourismuszentrale in den vergangenen Jahren im Saarland stetig gestiegen. Besonders Hotels profitierten in den vergangenen drei Jahren deutlich. Auf Kreisebene hatten die Neunkircher Kommunen allerdings entgegen dem Trend von 2016 auf 2017 einen kleinen Knick. In Zahlen: auf 244 933 Übernachtungen folgten 242 884, ein Minus von 0,8 Prozent. Diese Momentaufnahme relativieren die Zahlen über die vergangenen fünf Jahre hinweg: Sie weisen ein Plus von 15 Prozent aus. Die Tourismuszentrale schaut dabei auch auf die einzelnen Kommunen, wobei Spiesen-Elversberg, Schiffweiler und Merchweiler aus Gründen des Datenschutzes nicht veröffentlicht wurden. Neunkirchen hat von 2013 ab betrachtet ein Plus von 18 Prozent bei weit über 140 000 Übernachtungen. Illingen liegt um die 60 000 Übernachtungen (minus 2,6 Prozent). Ottweiler und Eppelborn sind unter 20 000, wobei Eppelborn einen starken Zuwachs verzeichnet. Birgit Grauvogel erläutert, der Kur- und Rehabereich (Illingen/Münchwies) schlage kräftig zu Buche. Die kleine Delle sei bei dem „Schub der vergangenen fünf Jahre ein bisschen vernachlässigbar“. Auf den Kur- und Rehabereich habe man letztlich wenig Einfluss. Der Kreis Neunkirchen profitiere in puncto Tagesausflügen stark vom Center-Park im Kreis St. Wendel. Wer dort ein paar Tage Urlaub macht, verlässt nach einer Erhebung den Kreis St. Wendel am liebsten in Richtung Trier und an zweiter Stelle in den Kreis Neunkirchen. Ziele sind dabei der Neunkircher Zoo, Gondwana in Landsweiler-Reden, das Saarpark-Center und Restaurants. Auch Finkenrech sieht die Touristikerin als wichtigen Anlaufpunkt. Die Leuchttürme müsse man stärken. An die Adresse der Gemeinden gerichtet fragt sie: „Was biete ich Familien mit kleinen Kindern an attraktiven Angeboten?“

Die CDU hatte im Kreistag kritisch nachgefragt, wie die Verwaltung die Tourismusentwicklung betrachte. Ihr Fraktionsmitglied Sebastian Brüßel will das aber nicht falsch verstanden wissen: „Auf die Jahre hin ist eine gute Entwicklung erkennbar.“ Er sehe sich durch die Zahlen der Tourismuszentrale bestätigt. Den Center-Park am Bostalsee müsse man als Chance begreifen. Aber es geschehe auch einiges. Mit der eigenen Tourismus- und Kulturzentrale (TKN) sei der Kreis gut aufgestellt, er habe großes Vertrauen in dessen Arbeit. Brüßel: „Der Bereich Tourismus lebt von Kreativität und Innovation. Es geht nicht darum, dass im Kreis Neunkirchen nichts geschieht, sondern darum, die Potenziale besser zu heben.“ Willi Kräuter, Sprecher der SPD im Kreistag, macht darauf aufmerksam, dass die Gäste-Karte „Saarland-Card“ Gondwana und den Neunkircher Zoo noch nicht in ihrem Programm aufgenommen habe. Mit der touristischen Entwicklung des Kreises sei er zufrieden. Natürlich könne man wie von der Tourismuszentrale Saar angeregt etwa am Center-Park für den Kreis Neunkirchen werben und selbst noch aktiver werden.

Landrat Sören Meng betont, die Angebote im Landkreis Neunkirchen seien sehr nachgefragt: „Das freut uns sehr und wir sind sehr zuversichtlich, dass wir dies noch intensivieren können.“ Den Bostalsee und Centerpark behalte man im Auge. Die TKN stehe in engem Austausch mit der Tourist-Info St. Wendeler Land, die sich vor Ort am Bostalsee befindet. Daher seien dort auch die touristischen Highlights des Kreises präsent. Meng ist zuversichtlich: „Im Schulterschluss mit der Tourismuszentrale Saarland wird der Landkreis Neunkirchen aufgrund der geografischen Nähe zum Center-Park mehr nachgefragt werden. Derzeit sind wir dabei, gerade für Familien unser Angebot zu erweitern. Dies zielt natürlich auch auf die Gäste des Center-Parks.“

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