Konzert von Inmitten in der Stummschen Reithalle Neunkirchen

Stummsche Reithalle : Lust auf mehr gemacht

Viel Applaus erntet die Neunkircher Band InMitten in der Stummschen Reithalle.

Ein besonderes Musikerlebnis gestaltete das Trio InMitten am vergangenen Sonntag in der Stummschen Reithalle. Die Reithalle war bis auf den letzten Platz ausverkauft.

InMitten, das sind die drei saarländischen Vollblutmusiker: Amby Schillo (Cello, Percussion, Gesang), Hannah Neumann (Violine, Piano, Gesang) und Francesco Cottone (Piano, Electronics, Gesang). Die Musik von InMitten, erklärte Francesco Cottone in einem Gespräch vorab, sei geprägt von Elementen der elektronischen Musik, der Neo-Klassik sowie dem eigenen unverwechselbaren dreistimmigen Gesang. Man spiele heute Abend neben Eigenkompositionen auch Neuinterpretationen und Arrangements von anderen modernen Komponisten wie Olafur Arnalds oder Coldplay.

Das Trio eröffnete das Konzert mit der Eigenkomposition „Morgendämmerung, eine Hommage an das Morgenlicht“. Es zeigte damit schon gleich, welch hohen Qualitätsstandart es dem Publikum bieten wollte. Es war ein Erlebnis und ein Genuss bei diesem Musikstück, das Wechsel- und Gegenspiel von Violine und Cello zu hören. Der Kampf von Licht und Dunkelheit, den man in der Morgendämmerung visuell erlebt, fand eine akustische Entsprechung in dem Spiel von Hannah Neumann und Amby Schillo. Beeindruckend war auch wie Cottone mit seinem Pianospiel und pointiert eingesetzten elektronischen Musikelementen das Spiel von Violine und Celle vorantrieb – sanft und harmonisch aber doch bestimmend.

Ein weiterer Höhepunkt war die Interpretation einer Komposition des Isländers Olafur Arnalds mit dem Titel „Winter“. Hannah Neumann ließ bei diesem Stück ihr gesangliches Können anklingen. Sie verstand es, die Schwermut, Traurigkeit und Sehnsucht des Themas mit ihrem Gesang zu fassen und spürbar zu machen. Cottone setzte auch hier wieder perfekt elektronische Musikpassagen ein. Eine gelungene Idee war es, während des Liedes auf einer großen Leinwand einen Videoclip einzuspielen, der den Flug über tiefverschneite Wälder zeigte.

Damit gelang es, die Gefühlstiefe und Stimmung der Komposition noch weiter zu verdeutlichen – umgekehrt, wie man es in den Zeiten des Stummfilms mit der Musik gemacht hatte, um die Stimmung der Filmszenen zu steigern. Absolut perfekt war das Zusammenwirken des Videoclips, der eine Tanzdarbietung im Stil der Stummfilmära zeigte, mit Gesang und Musik bei dem späteren Liedvortrag aus dem Musical Paradour.

Es war auch bemerkenswert, wie schnell und gekonnt es Cottone und Schillo mit ihren Überleitungstexten zu den verschiedenen Musikstücken gelang, eine enge Bindung zum Publikum aufzubauen. Dem Konzert verlieh dies eine fast familiäre Atmosphäre. Das Publikum dankte es am Schluss mit starkem Beifall, den sich die drei Musiker mehr als verdient hatten.

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