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Kommunen im Kreis Neunkirchen nutzen Apps

Apps im Landkreis : Ein Quartett mit einer App

Längst nicht alle Kommunen im Landkreis setzen in Sachen Bürgerdienste und Information auf eigene Apps. Einen neuen Weg bestreiten Neunkirchen, Schiffweiler und Spiesen-Elversberg, die gemeinsam mit der KEW eine App an den Start bringen. Und auch beim Landkreis tut sich was.

Mal eben nachschauen, wann die Blaue Tonne geleert wird; Infos einholen, wann der Personalausweis verlängert werden kann; vielleicht sogar online den Hund bei der Gemeinde anmelden: Das alles ist technisch mit einer App längst machbar. Im Kreis Neunkirchen besteht allerdings noch Nachholbedarf auf diesem Gebiet (wir berichteten). Illingen und Merchweiler sind per App noch nicht zu erreichen, Ottweiler befindet sich in der „Erprobungsphase“, in Eppelborn setzt man immerhin auf Bürgerdienst per WhatsApp.

Die Gemeinde Spiesen-Elversberg ist bereits per App zu erreichen und bietet darauf Infos rund ums Rathaus, die sich mit den Inhalten der Webseite der Gemeinde decken. Fast schon ein Vorreiter in Sachen App ist Schiffweiler. 2017 hat die Gemeinde von der Saarbrücker Zeitung eine Bürger-App entwickeln lassen. Diese wird als Ergänzung zur Gemeinde-Homepage verstanden und liefert Einblicke in das aktuelle Geschehen der Verwaltung, aber auch in den Tourismus der Gemeinde. Ein Newsportal ist darauf zu finden, Termine und Veranstaltungshinweise. „Ein vielgenutzter Service bei der Schiffweiler-App ist der Müllkalender, der mit Pushnachrichten anzeigt, wann welche Mülltonne in der Gemeinde abgefahren wird“, teilt die Pressestelle der Gemeinde mit. 

Trotzdem wurde sich dafür entschieden, die App Ende März einzustellen. In Kooperation mit dem Energieversorger KEW, der Kreisstadt Neunkirchen und der Gemeinde Spiesen-Elversberg entsteht nämlich gerade eine neue App mit individuellen und interaktiven Zugriffsmöglichkeiten. „Ziel ist es, eine Plattform zu schaffen, die es Bürgerinnen und Bürgern aller Generationen ermöglicht, mit den angeschlossenen Partnern direkt und unkompliziert in Kontakt zu treten“, teilt die Pressestelle der Stadt Neunkirchen auf SZ-Anfrage mit. Die Kreisstadt selbst bietet ebenfalls schon längere Zeit eine App an, über die Störungen, wie etwa eine defekte Straßenbeleuchtung, gemeldet werden können. Es läge aber auf der Hand, dass die Potenziale und Funktionen der Digitalisierung weit darüber hinaus gehen.

Was also hat sie zu bieten, diese neue App, von der sich die beteiligten Partner offenbar einiges versprechen? „Mit der geplanten Bürger-App, deren Name noch in der Findungsphase ist, sollen Bürgerinnen und Bürger die ganze Fülle der Region immer in der Hosentasche parat haben“, teilt die Stadt Neunkirchen mit und kündigt „einen spannenden, tagesaktuellen Mix aus Information und Unterhaltung in Form von Meldungen, Videos und Links, aus der Region und für die Region“ an.

Ein Portal zu Bürgerdiensten, Kulturtreibenden, Versorgern, Einrichtungen, touristischen Angeboten und Events in der Region soll die App sein und den „frischen Charakter eines Stadtmagazins“ besitzen. Auch ein direkter Zugang zu den Behörden samt Terminvereinbarung, Baustelleninfos sowie, seitens der KEW, Energiespartipps und Förderprogramme im Energiebereich sollen abrufbar sein. Zudem sei geplant, eine Störmelde-Funktion zu integrieren: Wird Müll abgeladen, oder ist die Straßenbeleuchtung kaputt, dann können Bürgerinnen und Bürger via Text, Handy-Foto und GPS-Erkennung themenspezifische Störmeldungen direkt dahin senden, wo sie auch behoben werden und erhalten ein Feedback. Die App, die vieles verspricht, soll in ein paar Monaten an den Start gehen.

Neues plant auch der Landkreis Neunkirchen, der bislang nicht per App zu erreichen ist. Noch nicht. Denn: „Aktuell ist der Landkreis dabei, unter Federführung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, eine App mit einem Drittanbieter umzusetzen“, teilt die Pressestelle des Landkreises mit. Dabei soll das Hauptaugenmerk auf dem wirtschaftlichen und touristischen Charakter liegen,  nach dem Motto: regional einkaufen und genießen. Außerdem sollen verschiedene Features des Landkreises als Kreisverwaltung mit einfließen, die Bürgern „einen praktischen Mehrwert in der Kommunikation mit der Verwaltung bieten“.