1. Saarland
  2. Neunkirchen

Kommunen im Kreis Neunkirchen arbeiten an Konzept für Freibad-Saison

Kostenpflichtiger Inhalt: Freibad-Saison könnte gerettet werden : Vor dem Sprung ins kalte Wasser

Eine neue, unbekannte Aufgabe bewältigen müssen, das bedeutet die Redewendung „Sprung ins kalte Wasser“. Sollten sich die Kreiskommunen für eine Öffnung ihrer Freibäder entscheiden, wäre dies tatsächlich eine noch nie dagewesene Herausforderung.

Illingens Bürgermeister Armin König war diese Woche bereits vorgeprescht in Sachen „Rettung der Freibadsaison 2020“. Die Verwaltung spiele intensiv alle Möglichkeiten einer Eröffnung des Freibades in Uchtelfangen durch. Fest stehe, dass es zu Einschränkungen und Mehrkosten für die Badbetreiber komme.

Seit dem 6. Mai arbeitet ein Team des Saarländischen Städte- und Gemeindetages (SSGT) an einem Rahmenkonzept, wie ein Bäderbetrieb auch unter den Bedingungen von Corona möglich sein könnte. Der SSGT habe hierzu bereits Kontakt zur Landesregierung aufgenommen, berichtete am Freitag Neunkirchens Oberbürgermeister Jörg Aumann auf SZ-Anfrage. Eine etwaige Öffnung der Neunkircher Bäder werde sich auf jeden Fall im Rahmen dieses Konzepts bewegen. Die Letztentscheidung, ob Bäder öffnen können oder nicht, treffe die Landesregierung. Die Rechtsverordnung, die den Bäderbetrieb untersagt, hat Gültigkeit zunächst einmal bis zum 31. Mai 2020. Sollte die Landesregierung entscheiden, die Bäder zu öffnen, so sei dafür aus Sicht der Stadt Neunkirchen auf jeden Fall ein Konzept notwendig. Daher habe sich die Stadt auch verstärkt in die SSGT-Arbeitsgruppe eingebracht. „Wenn konkrete Öffnungskonzepte vorliegen und die Badesaison eine Perspektive hat, wird die Stadt rechtzeitig darüber informieren“, teilte die Verwaltung mit.

Für den Fall der Fälle hat sich auch die Stadt Ottweiler gerüstet, die in den vergangenen Wochen das Ludwig-Jahn-Bad aus dem Winterschlaf geholt hat. Allerdings, so betont Bürgermeister Holger Schäfer, werde am nächsten Donnerstag der Stadtrat darüber beraten, ob eine Öffnung überhaupt in Frage kommt, falls die Landesregierung ihr Okay gibt. Eine Freibadsaison 2020 sei auf jeden Fall mit einem „Riesenaufwand“ verbunden. Es stelle sich die Frage der Wirtschaftlichkeit, wenn nur etwa ein Viertel der normalen Besucherzahlen zugelassen werden dürften, dafür aber mehr Personal nötig sei. „Wir müssen zwischen dem Bedürfnis der Familien nach Erholung im Sommer und dem Infektionsrisiko abwägen“, findet der Verwaltungschef.

Ein „Riesenproblem“ sieht auch Schiffweilers Bürgermeister Markus Fuchs auf die Gemeinde zukommen, wenn das Freibad in Landsweiler-Reden tatsächlich geöffnet werden sollte. Zwar habe man sich wie üblich auf den Saisonstart vorbereitet und angesichts der derzeit laufenden Überlegungen des SSGT auch die Becken zur Hälfte gefüllt, um schneller betriebsbereit zu sein. Kritisch sieht Fuchs jedoch die Reduzierung der Badegäste, vor allem an heißen Tagen. „An Spitzentagen hatten wir in der Vergangenheit bis zu 4000 Badegäste an einem Tag.“ Wenn nur noch höchstens 300 Besucher gleichzeitig ins Bad dürften, müsse man womöglich drei Schichten am Tag fahren, um die Menschen nicht zu verärgern. Auf jeden Fall würden die Betriebskosten stark ansteigen. Das würde die ohnehin klamme Gemeindekasse zusätzlich belasten.