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Komentar zum Verkauf der Klinik in Neunkirchen

Kolumne : Das „Städtische“ hat mehr verdient

Zwar heißt das „Städtische“ seit sechs Jahren nicht mehr so, aber kaum ein Neunkircher spricht vom Diakonie-Klinikum. Ein Glück, mag man da sarkastisch sagen, wird die Klinik doch bald eh einen anderen Namen tragen.

Nach nur sechs Jahren will die Kreuznacher Diakonie das Krankenhaus wieder loswerden. Nach der Schließung der Klinik in Ottweiler und dem baldigen Aus der Illinger Reha-Klinik ist das ein weiterer Rückschlag für die Kliniklandschaft im Kreis Neunkirchen. Und zeigt vor allem eines: Das Geschäft mit der Gesundheit ist knallhart. Wo sich Defizite auftun, wird bestenfalls der Rotstift angesetzt, schlimmstenfalls kommt es zur Schließung. Wie in der Wirtschaft üblich. Im Falle von Kliniken, wie jetzt in Neunkirchen, ist dies in doppelter Hinsicht tragisch. Zum einen sind da die Bediensteten, die in Ungewissheit über die Zukunft ihres Jobs eben diesen sehr gewissenhaft ausüben sollen. Und dann sind da die Patienten, bei denen das Gerede über eine defizitäre Klinik, Sanierungsstau und Auslastungsquote alles andere als Vertrauen schafft. Wo doch Vertrauen zum Arzt oder der Klinik so wichtig ist. Im Falle des nun geplanten Verkaufs stellt sich die Frage, wie es dazu kommen konnte. Dass sich die Kreuznacher Diakonie nach nur sechs Jahren von dem Haus trennen will, wirft kein gutes Licht auf die Stiftung. Eine Klinik dieser Größe zu erwerben und sie so rasch wieder abzustoßen, spricht nicht gerade für eine gute Planung und wirtschaftlichen Weitblick. Bleibt zu hoffen, dass sich ein Träger findet, der dies mitbringt und nicht nach ein paar Jahren die Brocken wieder hinwirft.