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Zwei Einbrüche ins Rathaus von Schiffweiler und was man dagegen tun kann.

Kolumne : Einbruch lohnt sich nicht (immer)

Das Rathaus in Schiffweiler erfreut sich derzeit großer Beliebtheit. Ein Grund zur Freude, könnte man meinen, wären es nicht ausgerechnet Einbrecher, die den Verwaltungssitz in den vergangenen Wochen zum beliebten Ausflugsziel auserkoren haben.

Schon wieder sind sie dort eingestiegen, und schon wieder waren es ein paar schnöde Rechner, die als Diebesgut herhalten mussten. So etwas kommt bei Einbrechern natürlich nicht gut. Da macht man sich schon die Mühe, hebelt Türen auf, zerschmettert Fensterscheiben, knackt Schlösser, und dann: hier ein PC, da ein Monitor, fertig. Außer Spesen nix gewesen. Was ist die Folge? Verdruss und Unzufriedenheit. Und das bei einem Berufsstand, der es alles andere als leicht hat. Sicherheitsschlösser, wachsame Nachbarn, Alarmanlagen, Videoüberwachung per App – klar, dass sich da der ein oder andere die Frage stellt: Lohnt sich Einbruch überhaupt noch? Keine Bange, er lohnt sich noch. Nur eben nicht überall. Das weiß man auch bei der Polizei. Die ist nämlich auf eine pfiffige Idee gekommen und hat kleine, grüne Schilder drucken lassen, die man sich gegebenenfalls an den Rückspiegel im Auto hängen kann. Darauf ist zu lesen: „STOPP! In diesem Auto liegen KEINE wertvollen Gegenstände.“ „Oh, was für ein netter Hinweis“, wird sich da der Einbrecher denken, wenn er gerade mit dem Vorschlaghammer ausholt, um am Cayenne die Frontscheibe einzudonnern, „jetzt hätte ich mir beinahe die ganze Arbeit umsonst gemacht“. Also zieht er gut gelaunt weiter, bis ihm ein Twingo auffällt, in dem der Besitzer per Schild darauf hinweist: „TOP! In diesem Auto liegen MEINE Brieftasche, der Laptop und Leergut für bestimmt drei Euro fuffzisch rum.“ So hält man Diebe bei der (Brech)Stange. Das müsste doch auch an anderer Stelle funktionieren. Ein einfacher Hinweis  „STOPP! Auf diesem Konto liegt KEIN Geld“ sollte Cyber-Kriminalität nun wirklich den Garaus machen. Mit Glitzer verzierte Leder-Anhänger, auf denen goldig in Handschrift zu lesen ist „STOPP. In dieser Handtasche liegt KEIN Handy“ – und das Problem Taschendiebstahl ist passé. Der Schiffweiler Bürgermeister Markus Fuchs, selbst ehemaliger Polizist, wird schon wissen, was jetzt zu tun ist. Eine Pappe in DIN A3, ein dicker schwarzer Filzer, und die Einbrecher wissen Bescheid, wenn sie demnächst im Rathausfenster lesen: „STOPP! In diesem Rathaus liegen KEINE wertvollen Gegenstände (Nur ein paar olle PCs).“ Also da hätte man ja nun wirklich schon früher drauf kommen können.