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Wochenkolumne zum Ende für Neunkircher Kaufhof

Wochenkolumne Neunkirchen : Vom harten Los an der Kaufhof-Kasse

Wenn ein großes Haus wie der Neunkircher Kaufhof schließt, dann kann ein Räumungsverkauf kaum anders als gruselig sein. Die Regale werden zunehmend leerer, wo es zuvor glitzernd dekoriert war, schaffen nackte Wände eine ungemütliche Atmosphäre.

Für zunehmende Tristesse und Endzeitstimmung sorgen manche Kunden, die sich durchs Restangebot wühlen wie eine Fräsmaschine. Was vom Tisch fällt, bleibt daneben liegen. Soll das Personal Stunde für Stunde alles in Ordnung halten im Angesicht des Jobs, der bei den meisten gerade den Bach runtergeht? Den Höhepunkt an Geschmacklosigkeit erleben die Beschäftigten an den Kassen. Wenn massiv reduzierte Artikel dann doch noch zu teuer scheinen und der ein oder andere Kunde seine guten Manieren vergisst in enttäuschter Goldgräber-Stimmung. Das ist für Leute an der Kasse eine echte Zumutung. Aber auch diese Beobachtung gab es in den vergangenen Tagen: Menschen, die beim Bezahlen noch ein paar tröstende Worte haben, einen guten Wunsch mit auf den Weg geben. Das wird dem vorwiegend weiblichen Personal sicher nicht allzu viel weiterhelfen, aber es ist doch wenigstens ein Zeichen. In der kommenden Woche gehen die letzten Artikel über den Tresen bei Galeria Kaufhof am Stummplatz. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist nur zu wünschen, dass die Aasgeier keine Runden mehr drehen und nur diejenigen kommen, die sich freundlich verabschieden wollen.