Unsere Woche : Die einen freut’s, andere nicht

Die Kirchenreform im Bistum Trier ist jetzt also erstmal ausgesetzt. Der Bischof hat diese Woche sein bereits erlassenes Dekret zur Einsetzung der ersten 15 von 35 Pfarreien der Zukunft zum 1. Januar 2020 zurückgenommen.

Eine kirchenrechtliche Prüfung in Rom läuft. Das hat auch in unserer Region für Reaktionen gesorgt. Unterschiedliche, wie zu erwarten.

Den Illinger Bürgermeister Armin König freut’s. Leidenschaftlich kämpft er gegen den Trierer Kurs. Auch andere sehen es positiv, dass erstmal alles bleibt. Wie immer aber in solchen Veränderungsprozessen, melden sich jetzt nach einer ersten Schockphase auch diejenigen zu Wort, die den Trierer Kurs befürworten. So haben pastorale Mitarbeiter des Bistums in einem offenen Brief ihre Unterstützung für die umstrittene Reform und die Einrichtung der Großpfarreien bekundet. Denn sowohl Haupt- wie auch Ehrenamtliche haben hier und da sehr wohl schon begonnen, sich auf das Neue einzulassen und ihre eigene Zukunft damit zu verbinden. Auch in unseren Pfarreien. Wir sehen: Das Bild im Landkreis Neunkirchen, wo die Pfarreien künftig in den beiden Pfarreien der Zukunft Neunkirchen und Lebach aufgehen sollen, ist vor allem eins: uneinheitlich.

Am Ende der Gemeinderatssitzung am Donnerstag ergriff der Merchweiler Bürgermeister zu diesem Thema das Wort. Wer es noch nicht wüsste: Die Trierer Reform wäre erstmal gestoppt. Die katholischen Christen in der Gemeinde Merchweiler könnten aufatmen. Die Gebete seien erhört worden. Der Widerstand von Kollege König und anderen habe sich gelohnt. Da darf man aber vielleicht fragen: Sprach Patrick Weydmann für sich? Für die Verwaltung? Für die Sitzungsversammlung? Für die Katholiken in seiner Gemeinde? Für ganz Merchweiler? Sein Rat zeigte keine Reaktion.

Am Sonntag beginnt die Adventszeit. Die Wochen der Besinnung aufs Weihnachtsfest. Und dann kommt das neue Jahr. Mit der Antwort aus Rom, was die Prüfung ergeben hat. Und da geht es nicht um Überwindung der Kleinteiligkeit hin zu großen Räumen. Es geht um die geplante Leitungsstruktur und die Position der Priester. Nach Roms Antwort kann der Bischof seinen Reformkurs weitertreiben, muss ihn modifizieren oder neu ausrichten. Hier im Kreis, wo die beiden betroffenen Großpfarreien sowieso erst in der zweiten Welle an den Start gehen sollen, arbeiten Steuerungsgruppen weiter am Übergang.

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