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Kolumne
So klappt lümmeln auf der Couch

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Einfach mal so ins Plüsch fallen lassen, erweist sich als geradezu fahrlässig, mit ärgerlich überflüssigen Folgen. Von Claudia Emmerich

Zwei, drei freie Stunden sind schön. Zwei, drei freie Stunden auf der Couch sind wunderschön. Einpacken in die Kuscheldecke. Das Kissen entlastend hinterm Rücken oder unterm Kopf. Ein bisschen hin- und herrutschen für die stimmige Liegeposition. Und dann nur noch lümmeln und genießen.


Doch halt! Die Erfahrung lehrt: Diese Couchzeit will strategisch bestens vorbereitet sein. Einfach mal so ins Plüsch fallen lassen erweist sich als geradezu fahrlässig. Beispiel: Kommt die Lust auf ein Tässchen Kaffee, heißt das raus aus der Kuscheldecke (Wärmeverlust), Körper aufrichten (der will nicht), in die Küche gehen und Kaffee kochen. Das muss nicht sein. Die Couch-Frau denkt voraus: Auf dem Weg zum Sofa trägt sie schon ihre Tasse heißen, starken, duftenden Kaffee in der Hand. Aber Achtung! Die nächste Fehlerquelle lauert: Die Tasse wird ohne Nachdenken auf dem Couchtisch abgestellt. Später stellt sich raus: Der Arm reicht nicht zum Tisch. Auch wenn sein Mensch ihn so lang wie möglich ausfährt. Heißt also wieder Decke weg, Körper aufrichten, drehen, beugen. Bewährter Tipp: Ein Knautschkissen (am besten mit Granulatfüllung) nah am Körper aufs Sofa, Mulde reindrücken, Kaffeetasse positionieren. Das erweist sich als standsicher, versprochen.

In eine Armlänge Entfernung gehören auch anderes Unverzichtbares für ungestörtes Lümmeln. Das Handy, aber geladen. Sonst, Sie wissen schon, Decke weg, aufrichten und Ladekabel holen. Dazu die Fernbedienung, ergänzt vom Fernsehprogramm. Zeitung oder Illustrierte ist auch nicht schlecht, etwa für eine langweilige Werbepause während der Lieblingsserie. Und was ist Kaffee ohne was Süßes? Also auch noch an ein Stückchen Schokolade denken. Das darf aus Kaloriengründen im Vorfeld portioniert sein. Denn, Decke weg, aufrichten und für ein zweites Stückchen in die Küche gehen, überlegt die Frau sich zweimal. Übrigens auch den Gang aufs Klo. Der ist nicht planbar. Leider.