Schüler aus Neunkirchen wollen den Klima-Protest Fridays for Future auch nach Neunkirchen bringen

Kolumne : Klimakampf macht Schule

Wie du’s machst, machst du’s falsch. Binsenweisheit. Aber oft was dran, wenn du was machst. Jungen Leuten hat die aktuelle Erwachsenen-Generation in den vergangenen Jahren oft vorgeworfen, sie seien schrecklich brav, unpolitisch, Genuss- und handysüchtig.

Nun entwickelt sich unter Schülern eine Bewegung, die freitags den Besuch der Schule verweigert, weil sie es als nicht mehr hinnehmbar betrachtet, wie die Erwachsenen mit diesem Planeten umgehen. Auf dem wir alle leben,  die jungen Leute hoffentlich noch viel länger. Auch wenn Deutschland bestimmt mehr für den Klimaschutz tut als andere Nationen – die Schüler haben mit ihrem Streik, mit ihrem Protest vollkommen recht. Es ist eine Katastrophe, wie der Mensch diesen Planeten zumüllt. Die akademische Frage, ob oder zu welchem Teil der Klimawandel menschengemacht ist, erscheint vor dem Ausmaß des Drecks, den wir in die Umwelt entlassen, vor dem Ausmaß der Ressourcenverschwendung, die wir tagtäglich betreiben, mehr als peinlich. Die Politik knickt mit schöner Regelmäßigkeit vor den Interessen der Wirtschaft oder dem Egoismus der jeweiligen Klientel ein. Jetzt sagen junge Leute, das kann so nicht weitergehen. Klar, sie haben keinen Masterplan in der Schublade. Klar, sie sind noch jung und müssen viel lernen. Und natürlich wird ein Prozentsatz X unter den Demonstranten sein, der einfach mal mitläuft, weil er auf Schule keinen Bock hat. Die Erwachsenen-Einwände sind weniger Schwäche als Stärke der Fridays-for-Future-Kampagne. Selbst wenn der verpennteste Jugendliche auf einer FFF-Demo einen Satz aufschnappt und kapiert, hätte er schon wieder was gelernt. Selbst wenn es unterschiedliche und womöglich widersprüchliche Ideen über die richtigen Schritte für eine bessere Zukunft gibt, allein die mittlerweile wieder breitere Diskussion über ein essentielles Thema ist wichtig. Wer was macht, macht Fehler. Ist aber besser als nix machen.

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