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Unsere Woche
Hin zur Globus-Wurstweck-Kultur-Stadt

FOTO: SZ / Roby Lorenz
Neunkirchen ist im Wandel. Das hat diese Woche einmal mehr deutlich gezeigt. . . Von Michael Kipp

Neunkirchen – eine Stadt im Wandel. Weg von der Industrie- hin zur Dienstleistungsstadt – hin zur Kulturstadt. Diesen Weg beschreiten die Neunkircher Stadtoberen vehement. Mal ohne Scheuklappen, mal mit. Mal mit Erfolg, mal mit weniger Erfolg. Am Donnerstag strahlte zum Beispiel der Hochofen in Pink. Grund: In der danebenliegenden Gebläsehalle feierten Neunkircher den Weltmädchentag. Mit Vorführungen von Mädchengruppen, Karaoke, Foto-Ecke, Musik und Chill-Out-Lounge. Als einzige Stadt im Saarland feierte Neunkirchen diesen Tag. Ein Alleinstellungsmerkmal.


Das hat Neunkirchen auch mit dem Günter-Rohrbach-Filmpreis. Am Montag stellte die Stadt die Finalisten vor. Fünf Filme haben es geschafft. 84 waren angemeldet. War viel Arbeit, sich das alles anzuschauen. Vorne dabei: Jürgen Fried, Oberbürgermeister, Jurymitglied und ehemaliger Filmproduzent. 10 000 Euro gehen an den Sieger. Und es gibt noch den Sonderpreis des Oberbürgermeisters. Ein Fimpreis, der die Strahlkraft Neunkirchens erhöhen soll, noch mehr als der pinke Hochofen.

Die Menschen sollen nämlich wissen, dass in Neunkirchen die Hütte Vergangenheit ist. Auch wenn immer noch ein Stahlwerk hier läuft. Kein kleines, immerhin 425 Jahre alt. Aber gut. Spielt in der derzeitigen Stadtpolitik kaum eine Rolle. Eine Hauptrolle spielt seit mehreren Jahren eher der Großmarkt Globus. Der hat unter der Woche einmal mehr bekräftigt, auf dem alten Hüttengelände einen Einkaufsmarkt bauen zu wollen. Die Genehmigungsverfahren laufen gerade an. Vor 2020 wird das mit dem Globus nix. Da hat die Stadt also noch etwas Zeit, sich darauf vorzubereiten, dass sie nun neben St. Wendel, Einöd, Saarlouis, Völklingen und Saarbrücken zur Globus-Wurstweck-Kultur-Stadt aufsteigen wird.