Kommentar zur OB-Wahl in Neunkirchen

Kommentar : Nach der Wahl wird es spannend

Die dicke Frau singt nicht mehr, die Oper ist zu Ende. Wobei: Eine Oper war die Wahl ja nun nicht gerade. Es fehlte am Ende doch etwas an Dramaturgie und Spannung. Leidenschaft war jedoch vorhanden bei den beiden Protagonisten, die bis zuletzt um jede Stimme gekämpft haben.

Und das mit Erfolg auf beiden Seiten. Dirk Käsbach, der hier mit keinerlei Bekanntheitsgrad ins kalte Wasser gesprungen ist, hat es immerhin zu 42,4 Prozent geschafft. Das hätte ihm wohl kaum einer zugetraut in der roten Kreisstadt. Und Jörg Aumann darf zurecht stolz sein auf sein Ergebnis, das ihn zum Oberbürgermeister macht. Er wird es allerdings nicht mehr so leicht haben wie seine Vorgänger, denn die breite Mehrheit im Rat besitzt die SPD nicht mehr. Kompromissbereitschaft wird an der Tagesordnung sein und es werden sicherlich auch einige Kröten geschluckt werden müssen. Es bleibt spannend. Ebenso spannend ist die Frage nach dem künftigen Bürgermeister. Wer wird ihn stellen? Oder sie? Ja, genau, wird es vielleicht eine Bürgermeisterin in Neunkirchen geben? Das wäre doch mal eine echte Neuerung, die der Stadtverwaltung gut zu Gesicht stehen würde. Es wäre dann übrigens die einzige im Landkreis.

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