Kommentar Demenz Landkreis Neunkirchen

Kostenpflichtiger Inhalt: Kommentar : So was lässt sich üben

Die Frauen treffen sich mal wieder. Eine geht auf die Toilette, kommt nicht zurück. Ihre Freundinnen suchen sie. Und finden sie ein paar Meter weg auf der Straße. An diesem Punkt wird die Krankheit Demenz für alle erkennbar.

Was jetzt? Option eins: Jetzt kann sie nicht mehr zum Freundinnentreffen gehen. Option zwei: Jetzt kann sie erst recht weiter zum Freundinnentreffen gehen. Denn jetzt wissen die ja Bescheid und können aufpassen.

Könnte eine Gesellschaft das nicht einüben? Und damit Menschen, die ihren Geist und sich selbst verlieren wegen dieser furchtbaren Krankheit, erstmal noch ein Stück Lebensweg am gesellschaftlichen Leben teilhaben lassen? Weiter im Chor singen, weiter im Verein Sport treiben, weiter bei Treffen mit Freunden dabeisein – da geht doch was. Für Gruppenleiter gibt es inzwischen Schulungen, wie sie es mit ihren Gruppen schaffen können, ein an Demenz erkrankten Mitglied mitzutragen. Guter Wille, große Offenheit, viel Absprache, endlose Geduld. Leicht ist es nicht.

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