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Kolumne
Kommen wir gut voran?

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Keiner sei alleine, hat Landrat Sören Meng diese Woche gesagt. In Ottweiler haben sich viele Akteure aus den Bereichen Pflege, Gesundheit und Betreuung getroffen, um ein regionales Netzwerk für Demenz-Erkrankte zu gründen. Von Michael Beer

Keiner ist alleine? Die Aussage darf wohl als Ermunterung begriffen werden, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Tatsächlich werden die Computer heute zwar immer schneller, die Lösung von Problemen aber noch lange nicht besser. Gerade was unsere körperliche und geistige Gesundheit anbelangt, scheint Fortschritt nicht zugleich wirkliches Vorankommen. War in der Altenpflege schon vor 30 Jahren die Zeit für die Betreuung des einzelnen Menschen knapp bemessen, so werden heute alle Schritte so kalkuliert, als baue man an einem Motor eine neue Kopfdichtung ein. Äußern sich Pflegekräfte oder Angehörige über die Zustände in Krankenhäusern oder Altenheimen, lässt sich nur wünschen: Immer jung und gesund bleiben! Wer mit einer akuten psychischen Erkrankung nach einem Klinik-Bett mit professioneller Begleitung sucht, braucht gute Nerven. Die er gerade nicht hat. Klar, die Welt ist nicht perfekt. Und auch wenn der Begriff Netzwerk mittlerweile abgedroschen klingt, kann die Zusammenarbeit vieler Akteure nur helfen. Aber Fakt ist: Zu viele sind und stehen alleine. Ob nun als Betroffene, oder als Pfleger, Arzt, Therapeut.