Kolumne zur Troika an der Verwaltungsspitze von Neunkirchen

Kolumne : Ein Duo, das auf keinem Zettel stand

Nun ist es komplett, das Führungstrio der Neunkircher Verwaltungsspitze. Am Mittwoch hat der Stadtrat beschlossen, welches Duo mit Oberbürgermeister Jörg Aumann die Fäden in der Hand hält. Lisa Kühn als Bürgermeisterin hatte wohl kaum jemand auf dem Zettel.

Die 32-Jährige lebt und arbeitet noch in München und ist in der hiesigen Kommunalpolitik ein unbeschriebenes Blatt. Nicht unbedingt ein Nachteil, schließlich kann sie unvoreingenommen an ihre Aufgabe gehen. Zweiter Beigeordneter ist Thomas Hans. Der 57-Jährige lebt und arbeitet in Neunkirchen und hat 20 Jahre Erfahrung im Stadtrat. Auch seine Wahl war überraschend, dient dieser Posten doch auch als Karriere-Sprungbrett. Bei der OB-Wahl in zehn Jahren wird Hans mit dann 67 aber wohl nicht antreten. Dass Kühn (SPD) und Hans (CDU) von der jeweils anderen Partei mitgetragen wurden, verdeutlicht, dass SPD und CDU im Stadtrat eng zusammenarbeiten. Zwar wird von beiden Seiten der Begriff Koalition gemieden wie ranziger Lyoner, eine Kooperation ist es aber mindestens. Die Bürgermeisterin hätten auch die Grünen gerne gestellt, den zweiten Beigeordneten wollten sie nur als Ehrenamt besetzen. Dass Gabi Jung von den Grünen vor zehn Jahren im Stadtrat erklärte: „Wir brauchen den dritten Mann“, rieb Aumann der Fraktion am Mittwoch mit einem Zwinkern unter die Nase. Was er nicht erwähnte: Karl Albert (CDU) hat in derselben Sitzung bekräftigt, dass der dritte Hauptamtliche in der Verwaltungsspitze zu viel des Guten sei. Man könne dessen Aufgaben auch ehrenamtlich vergeben (SZ, 26. November 2009). Ohne die Stimmen der CDU wurde damals ein gewisser Sören Meng gewählt. So viel zum Thema Karriere-Sprungbrett.

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