Wochenkolumne Neunkircher Rundschau : Mit Vollgas in die 70er-Vision

Die Zahl der Leserbriefe belegt: Die Zukunft der Halde in Landsweiler-Reden beschäftigt die Menschen im Kreis. Nachdem der Bau einer zweispurigen Straße hinauf zur Gastronomie durch vielerlei Protest hinweggefegt wurde, geht es jetzt in einem neuen Anlauf um eine kleinere Straßenvariante hoch auf den Berg.

Wobei sich mancher Leser fragt, ob damit die jüngst verworfene Straßenlösung durch die Hintertür wieder salonfähig werden soll. Asphaltierte Wege hinauf zur Almhütte gibt es ja. Wer nicht gut zu Fuß war, konnte lange Zeit mit einem Shuttlebus fahren. Der war aber auch nicht sonderlich gut genutzt. Die Diskussion um den ehemaligen „Zukunftsort“ und späteren „Erlebnisort“ dreht sich im Kreis. Ein Standortmanagement ist in Planung, wann es loslegt, ist nicht raus. Die Sparringspartner vor Ort, das Land mit der IKS, der Kreis und die Gemeinde, haben sich gute Zusammenarbeit gelobt und jetzt mal beschlossen, barrierefrei den Berg zu erschließen. Was er mit Shuttle und zeitweise Bimmelbahn zwar schon war, aber es lässt sich ja nochmal bekräftigen. Geschehen soll das mit einem Sträßchen und Ampelschaltung. Das touristische Potenzial soll so besser erschlossen werden. Wenn die Sonne scheint, das weiß jeder, der mal auf die Halde kommt, ist dort der Teufel los. Und: Die Menschen gehen tatsächlich zu Fuß. Vor der Almhütte gab es die vergangenen Jahre an schönen Tagen manchmal fast keinen Platz mehr. Bei Regen? War dort tote Hose. Dass sich künftig vor einer Ampel Staus bilden werden, wäre wohl eine vermessene Behauptung.

Soll alles so bleiben, wie es ist? Nein. Aber in ein intaktes Naherholungsgebiet den Autoverkehr zu leiten, klingt nach 70er Jahren. Nach Fantasielosigkeit und Bankrotterklärung.