1. Saarland
  2. Neunkirchen
  3. Kolumnen

Kolumne zum demografischen Wandel im Kreis Neunkirchen

Neunkircher Wochen-Kolumne : Das Dorf im Aufwind?

Das Leben ist eine Achterbahn. Rauf und runter geht es dabei nicht nur für das Individuum, sondern auch für größere Organisationsformen, sprich Städte und Gemeinden. Vor wenigen Jahren noch war der Begriff „demografischer Wandel“ eine wahre Keule, die so manchem Verwaltungschef Schweiß auf die Stirn trieb.

Besonders die Dörfer sahen sich zunehmend abgehängt. Bei schrumpfender und älter werdender Bevölkerung zerbrachen Strukturen. Kitas weg, Grundschulen weg. Der Bäcker und der Metzger vor dem Aus, weil alle in die großen Supermärkte fuhren. Das Totenglöckchen schien der dörflichen Struktur schon von Ferne zu läuten. Aber die Einwohnerprognosen stimmen nicht mehr. Babys kommen auf die Welt, Menschen ziehen zu. Der Eppelborner Verwaltungschef Andreas Feld sagt, er höre öfter von jungen Familien, die gerne aus Saarbrücken und dessen direktem Umland weiter raus ziehen wollten. Die Stadt ist teurer und bietet wenig Bauland oder Altbauten zu vernünftigen Preisen. In Eppelborn möchte man sich auf den Weg machen, Zuzugswilligen einen reich gedeckten Tisch zu präsentieren. Bürgermeister Feld will seine Gemeinde zur familienfreundlichsten im Kreis machen mit einer guten Infrastruktur, die bei genug Plätzen in Krippe und Kita beginnt und bei einem schönen Schwimmbad sicher nicht enden soll. Auch ohne den Superlativ „familienfreundlichste“ wäre es schön, wenn Dörfer wieder ihre Chance bekommen und die aktiv gestalten. Einen Spitzenreiter muss es dann nicht geben. Nur viele Orte, in denen das Leben mit seinem Auf und Ab noch lange pulsiert.