Kolumne Apropos Kommt das Kunde zu das Tischler

In einer dieser schwülen Nächten, in denen man keinen richtigen Schlaf finden will, stand die Lösung auf einmal klar vor mir. Möglicherweise schwirrte mir nach dem Lesen diverser Zeitschriften vor lauter Doppelpunkten und hochgesetzten Sternchen der Schädel und ich versuchte einzuschlafen mit der Frage: Wie soll ich künftig flüssig Texte lesen, wie Reportagen im Radio verfolgen, ohne zu denken, Autor oder Moderator leiden unter Schluckauf?

 Elke Jacobi Foto: Robby Lorenz

Elke Jacobi Foto: Robby Lorenz

Foto: Robby Lorenz

In einer dieser schwülen Nächten, in denen man keinen richtigen Schlaf finden will, stand die Lösung auf einmal klar vor mir. Möglicherweise schwirrte mir nach dem Lesen diverser Zeitschriften vor lauter Doppelpunkten und hochgesetzten Sternchen der Schädel und ich versuchte einzuschlafen mit der Frage: Wie soll ich künftig flüssig Texte lesen, wie Reportagen im Radio verfolgen, ohne zu denken, Autor oder Moderator leiden unter Schluckauf?

Sie wissen schon längst, von was die Rede ist, vermute ich: Die Gendersternchenpause. Die nervt mich nicht nur, die treibt zuweilen auch einfach ganz groteske Blüten. Oder wären Sie vielleicht auf die Idee gekommen, dass ein Auto ein Geschlecht hat? Eben!

Ob derlei verwirrenden Gedanken des Schlafes gänzlich beraubt, schreckte ich auf, als hätte ich genascht vom Baume der Erkenntnis.

Gerade uns Deutschen im Allgemeinen und den Saarländern im Besonderen sollte das doch nun wirklich nicht passieren. Schließlich ist es bei uns doch ganz klar, grammatikalisch einwandfrei belegt und in der täglichen Anwendung auch für Personen: Das „ess“.

Welch Gnade noch in diesen Genderzeiten, dass uns die deutsche Sprache neben „der“ und „die“ auch noch das Neutrum „das“ geschenkt hat. Und wo es im Saarländischen die als weibliche Person durch die Welt stolzierende sowieso als „ess“ Kätche, Susi, wen auch immer bezeichnet.

So lasst uns doch einfach den Doppelpunkt-Schluckauf durch das „ess“ oder hochdeutsch „das“ ersetzen. Ist auch viel einfacher, grenzt niemanden aus oder ein, neutral – Neutrum halt. Liest sich flüssiger.

Gut, braucht vielleicht für alle außerhalb des Saarlandes auch einige Gewöhnung – aber das werden die sicher genauso schnell schaffen wie das : oder *.

Kommt das Kunde zu das Tischler und fragt das Verkäufer nach das Preis – oder so. Gute Nacht.

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