Kolumne Unsere Woche : Vom Paarlaufen beim Einkaufen

Die Schwenker-Saison läuft und damit locken wieder köstlich-großzügig Grill-Auslagen in der Metzger­theke. Vielleicht was fürs lange Pfingstwochenende? Davor steht der Einkauf.

Wenn das eingespielte Ehepaar Richtung Supermarkt aufbricht, sind die Rollen verteilt. Er parkt und sammelt die Einkaufstaschen ein. Sie kramt einen Euro oder einen Chip aus dem Geldbeutel, organisiert den Einkaufswagen. Die Wege trennen sich gleich nach dem Ladeneingang. Der Mann strömt Richtung frische Backwaren, die Frau überblickt Obst und Gemüse. Den Einkaufswagen haben sie irgendwo dazwischen strategisch geparkt. Ehe es dann gemeinsam weitergeht zu den Molkerei-Produkten, erklingt zum ersten Mal fragend sein Ruf: „Kann ich schon mal zur Kasse?“ Nein, kann er nicht. Nach dem Quark und dem Joghurt erklingt der zweite schon etwas ungeduldigere Ruf: „Ich geh schon mal zur Kasse!“ Nein. Warum muss er immer so einen Stress machen? Die Frau trifft oft noch ein bekanntes Gesicht. Der Mann auch, aber der belässt es bei freundlichem Kopfnicken. Die Frau tauscht sich dagegen gerne noch etwas aus. Sie hört den dritten, schon leicht drohenden Ruf: „Ich geh dann jetzt zur Kasse.“

 Was das jetzt mit der Schwenker-Saison und den Grill-Auslagen zu tun hat? Na, das ist sein Hoheitsgebiet. Da lässt er sich Zeit und entschleunigt.

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