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Kolumne "Unsere Woche" Kreis Neunkirchen

Kolumne Unsere Woche : Osterhasen-Job-Vermieser

Corona ist doof. Das Virus mag glücklicherweise gesundheitlich die Kleinsten am wenigsten betreffen, aber auch die Kinder haben an den Folgen der Pandemie zu knabbern. Das fängt bei den Nachbarskindern an, die gerne ihre Freunde sehen möchten.

Und auch schon als Kita-Kinder und Abc-Schützen verstehen, wie toll es doch ist, einen eigenen Garten zu haben. Das ist ein echter Luxus, der längst nicht jedem vergönnt ist. Richtig hart wird es jetzt an Ostern. Wenn Oma und Opa etwa gerne bei ihren Enkeln wären. Auf dem Boden rumrutschen und mit dem Bauernhof spielen, als wären sie selbst wieder in jene goldenen Zeiten zurückversetzt. Geht nicht. Corona-Risiko. Doof, finden nicht nur die Großen, sondern auch die Kleinen. Damit nicht genug. Manches Drama haben nämlich selbst die stets treusorgenden und umsichtigen Mütter unter den derzeitigen Bedingungen nicht zu 100 Prozent im Griff. Etwa, wenn der Postbote an der Tür klingelt und der Nachwuchs mit dem Vorteil kurzer Beine so schnell zur Tür stürmt, wie es kein Erwachsener fertig brächte. Üblicherweise wären die Kinder gar nicht daheim. Aber so gut wie nichts ist derzeit, wie es sein sollte. Der Postmann jedenfalls kommt mit zwei großen Paketen in den Händen. Neue Roller sind da drinnen, wenig sensibel verpackt mit Hochglanzaufnahmen der Prachtstücke außen auf dem Karton. Das Entsetzen ist groß. „Die sollte uns doch der Osterhase bringen und nicht Du, Mama.“ Was kann eine Mutter da sagen? Dass der Osterhase in Corona-Zeiten auch ein kleines bisschen überlastet ist? Klingt nun wirklich überhaupt nicht überzeugend. Corona ist doof. Mehr ist einfach nicht zu sagen.