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Kolumne Unsere Woche aus Neunkirchen: Den Corona-Sommer verschlafen?

Kolumne Unsere Woche : Den Corona-Sommer verschlafen?

Unser Autor wendet sich in seiner neuesten Kolumne der Pandemielage im Kreis Neunkirchen und dem neuen „Lockdown“ ab kommenden Montag zu.

Großes entsteht im Kleinen. Ein Spruch, den so gut wie jeder Saarländer kennt. Schließlich wirbt das Bundesland seit mehreren Jahren mit diesem Slogan. Und auch in Corona-Zeiten scheint dieser kleine, fast belanglos wirkende Satz, nicht weniger an seiner breiten Bedeutung verloren zu haben. Es reicht schließlich schon eine kleine Unachtsamkeit, ein kurzes „es mal nicht so genau mit den Regeln nehmen“ und schon kann eine der kleinsten Schöpfungen der Natur – eine scheinbar zufällige Folge von Nukleinsäuren - größtmögliches Unheil anrichten. Oder einen ganzen Landkreis binnen kurzer Zeit in ein Risiko-Gebiet verwandeln.

„Corona zeigt Krallen“, fasste Illingens Bürgermeister Armin König vor kurzem die derzeitige Entwicklung durchaus treffend zusammen. Und der Kreis bekommt die sogenannte „Zweite Welle“ deutlich zu spüren. Kein Tag, an dem nicht mehrere neue Fälle einer Infektion mit dem Sars-CoV-2 Virus in den Gesundheitsämtern registriert werden.

Eine Entspannung der Lage scheint sich bislang nicht abzuzeichnen. Und da dieser Trend auch bundesweit anhält heißt es ab kommender Woche wieder: Türen zu in Kultur und Gastronomie. Volle Busse und Bahnen sowie volle Klassenzimmer bleiben dagegen erlaubt. Schwer vermittelbar, da doch nur in rund einem Viertel aller Corona-Fälle der Ansteckungsort überhaupt bekannt ist.

Auf lange Sicht bedarf es anderer Mittel als das der „Lockdowns“. Doch Alternativen scheint man noch nicht gefunden zu haben. Und so stellt sich vielerorts die Frage: Was haben die Verantwortlichen in den Ämtern und Regierungsvierteln den Sommer eigentlich diesbezüglich unternommen?