Kolumne : Machen wir den Cato

Manche erledigen es jetzt am Ferienanfang, manche am Ferienende, manche gar nicht. Na, ihr Schüler in der Sommer-Schulfrei-Zeit, wie haltet ihr es mit dem Aufräumen des vergangenen Schuljahres? Dem Sortieren, Wegwerfen, Aufbewahren von Wissen in Ordnern und Dateien?

Wer ganz raus ist aus der Schule, der soll schon Freudenfeuer mit Unterlagen aus quälenden Physik-Zeiten (wahlweise auch jedes andere Fach) entfacht haben.

Schreiben und zitieren Lehrer heute eigentlich auch noch mehr oder weniger sinnhafte Sprüche? Unter korrigierten Schülerwerken vermerkte mein Mathelehrer im Falle von „Beweis führen“ immer „quod erat demonstrandum“ (also: was zu beweisen war). Mein Lateinlehrer brachte das „ceterum censeo Carthaginem esse delendam“ (also: im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss“) gern an die Klasse. Dieser Satz - eine zeitlose Strategie für dran bleiben, nie aufgeben. Lässt sich ganz prima übertragen ins Hier und Jetzt.

Gehen wir erst zurück ins alte Rom. Rom lag mit Karthago auf der anderen Seite des Mittelmeers im Clinch. 1. Punischer Krieg, 2. Punischer Krieg. Nun war es der römische Staatsmann Cato der Ältere (234 v. Chr. bis 149 v. Chr.), der jede seiner Reden im Senat (auch wenn es um gänzlich andere Dinge ging als diesen Konflikt) mit dem Spruch zu Karthagos herbeizuführendem Ende abgeschlossen haben soll. Kurz vor Catos Tod fiel Karthago denn auch – zerstört im 3. Punischen Krieg.

Wir können den Cato auch heute machen. Setzen Sie doch unter Ihre Notizzettel stets „Im Übrigen bin ich der Meinung, dass ich was für mich tun muss“. Oder bei Gesprächen mit Chef und Kollegen lauten Ihre letzten Worte konstant: „Im Übrigen bin ich der Meinung, dass diese ständigen Konferenzen abgeschafft werden müssen.“ Ihr, liebe Schüler, schreibt unter jede Arbeit – egal ob Deutsch, Musik oder Biologie – einfach immer wieder: „Im Übrigen bin ich der Meinung, dass hitzefrei wieder eingeführt werden muss.“