Kolumne : Nicht motzen sondern klotzen

Kaum hat das Jahr angefangen, geht es in den Kommunen wieder ums Geld. Die Räte befassen sich mit dem Haushalt und merken: Es gibt viel zu tun und viel zu wenig Kohle. Das macht aber nichts, wie die Landeshauptstadt seit Jahren eindrucksvoll beweist.

Während man sich etwa in Neunkirchen freut wie Bolle, dass  es vom Land zwei Milliönchen fürs Ellenfeldstadion gibt und überlegt, was man damit an dem maroden Kasten flicken kann, denkt man in Saarbrücken einfach größer. Ganze 16 Millionen wollte man dort für ein neues Stadion springen lassen. Verständlich, immerhin spielt der FCS in der vierten Liga. Aus den 16 wurden mittlerweile 46,5 Millionen. Was soll’s: Dort wird eben nicht gekleckert, dort macht man Nägel mit Köpfen. Auf Firlefanz wie Kosten kann man da keine Rücksicht nehmen. Davon sollten sich andere mal eine Scheibe abschneiden. So hätte man ja in Neunkirchen gerne ein Museum, das an die Hütten-Zeit erinnert. Nur, wer soll’s bezahlen? Auch hier ist Saarbrücken Vorreiter. Stichwort: Vierter Pavillon. Neun Millionen sollte der Museumsanbau kosten. Dass es am Ende gerade mal 30 Millionen mehr wurden – meine Güte. Großes entsteht nun mal nicht mit Kleingeld. Schon gar nicht, wenn man kleinlich ist. Die  sind doch selbst schuld in Neunkirchen, dass so viel über die Bliesterrassen gemotzt wird. In Saarbrücken haben sie bei der Freitreppe an der Berliner Promenade wenigstens nach Bauende erst mal alle Stufen abgerissen und erneuert. Und in Neunkirchen: Zeit- und Kostenrahmen eingehalten. Geht’s noch langweiliger? Nee, so wird das nix. Klotzen statt motzen. Mach es wie Saarbrücken – pfeif auf Haushaltslücken. Nur so kommt man zu einem Museum und sogar zu einem neuen Stadion. Immerhin spielt die Borussia in der sechsten Liga.