Kolumne : Wenn das den Mäusen hilft. . .

Das Rentner-Ehepaar macht es. Täglich. „Mein Mann bleibt deshalb morgens länger im Bett, steht später auf“, erzählt die Frau. Er dürfe doch erst um 12 Uhr wieder. Sie selbst schon um acht. Abends, wenn die Tagesschau kommt, ist für beide Schluss.

Ihre Formel 12:12, seine 16:8 „Mit Familie ist es schwierig“, wirft eine jüngere Frau ein. Aber trotz Mann und Kindern: „18:6 schaffe ich.“ Diesen Zahlenspielchen kann man derzeit kaum entkommen. Irgendwie scheinen sich derzeit alle auszutauschen über den neuesten Ernährungstrend: Intervallfasten.

Entweder der Fastenwillige hält gnadenlos konsequent tägliche Essenpausen ein. Also 12, 16 oder 18 Stunden am Stück ohne Nahrung. Oder er/sie plant ebenfalls gnadenlos konsequent wöchentliche Fastentage ein. Fünf Tage in der Woche wie gewohnt essen. Zwei Tage in der Woche so gut wie nichts. Egal nach welcher Methode: So lernt der Körper, von seinen Reserven zu leben, heißt es. Der Stoffwechsel kommt in ein kurzes Fasten. Und was uns das nicht alles bringen soll. Versuche mit Mäusen hätten gezeigt: Intervallfasten verlängert das Leben der Tiere. Wenn sich das auf den Menschen übertragen ließe… Weniger Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall, weniger Parkinson oder Demenz.

Im offenen Zeit-Fenster unterhalten sich die Damen weiter, essen und trinken sie alles. Kaffee und Sahnetorte. Oder auch ein Bier. Nur immer schön die Uhr im Blick haben.