Kolumne Ach Was?! : Peinlich: Plastik platscht und platzt

Mensch, für die drei Sachen brauchst du doch keinen Einkaufswagen. Ricotta, Blattspinat und Streukäse für den Auflauf vergessen. Also schnell rein in den Supermarkt. Ohne Einkaufswagen, ohne Tasche oder Korb.

Erst zum Kühlregal. Am Obst vorbei. Okay, Äpfel könnte die Obstschale zu Hause schon vertragen. Mit zwei Äpfeln zum Ricotta. Drei Schälchen greifen, auf den Äpfeln in der linken Hand, unterstützt vom Unterarm stapeln. Zur Gefrierzeile und eine Packung Blattspinat fischen. Der Turm wächst. Streukäse übersehen. Zurück zum Kühlregal. Unterwegs eine Bekannte entdeckt. Kurz bis länger geplaudert. Arm links fängt an zu schmerzen. Streukäse erreicht und das Tütchen zwischen Äpfeln, Ricotta und Spinat fixiert. Weiter Richtung Kasse. Vorsichtig mit der rechten Hand nach links übergreifend. Ein Ricotta droht sich rauszudrücken. Aber wenn ich jetzt oben loslasse, fallen die Äpfel raus und der Spinat und der Streukäse. Also klammern, pressen und weitergehen. Wenige Meter noch bis zur Kasse. Freier Blick aufs Ende der Schlange. Von dort auch freier Blick auf mich. Dann hat es der Ricotta doch geschafft: Quetscht sich raus. Platscht auf die Fliesen. Plastik platzt auf. Weiße Masse verteilt sich. Eine Frau löst sich aus der Schlange, schnappt einen neben der Kasse abgestellten tragbaren Einkaufskorb, kommt lächelnd auf mich zu: „Hier, bitte, damit geht es besser.“ Verlegen zurücklächelnd, packe ich alles in den Korb und mache mich ans Bezahlen. Schüchtern an der Kasse fragend: „Haben Sie einen Lappen? Mir ist ein kleines Malheur passiert.“ Wieder ernte ich ein Lächeln: „Das bringen wir schon wieder in Ordnung.“