Kein Lächeln mehr an der Schröder-Theke

Unsere Woche : Kein Lächeln mehr an der Schröder-Theke

„Halber oder ganzer Weck? Soll ich ihnen den Worschtweck einpacken?“ Diese Sätze gehören im Saarpark-Center zur Vergangenheit an. Schröder hat geschlossen.

Mittagspause beim Schröder im Saarpark-Center: Hoorische, Gefilde, Rinderbraten, Mehlknepp, mal ne Bolognese, oder ganz geil: Kotelett. Klar, die Speisekarte hatte auch Salate, doch die Grundkompetenz von Schröder ist saarländische Hausmannskost. Die geht zwar nicht immer, aber immer wieder gerne.

Der Platz an der Theke war oft unser. Ein Nicken beim Platznehmen, man kennt sich vom Sehen, bestellen. Und da die Menschen hinter der Theke alles Profis waren, ging das nicht nur schnell, nein, sie hatten auch immer ein Lächeln auf den Lippen. Und wenn bei einem selbst mal die Mundwinkel bis zur Theke hingen, kam von hinter der Theke gerne mal eine Aufmunterung. Von Menschen, die gerade keine Pause machten. Im Gegenteil: Die Jungs und Mädels hinter der Schrödertheke haben am Tag Kilometer geschrubbt, haben Essen gekocht, serviert, Bier gezapft, Weizen ausgeschenkt oder einen Rosé kredenzt. Oder mal Crémant an den Tisch mit den Damen gebracht, die zum Shoppen im Center sind. Oder vier Kurze und vier Pils für den Pensionärs-Tisch. Oder die gefühlten 3000 Fleischkäsweck, die die Damen pro Tag über die Theke reichten. „Mit ganzem oder mit halbem Weck?“. Auch sie: Immer mit einem Lächeln bei der Arbeit. Nie hatte man als Kunde das Gefühl, die wollen nicht, nein, im Gegenteil. Stets hatte man den Eindruck, sie tragen mit Stolz die Schröder-Kittelschürze und sind gerne für ihre Kunden da.

Seit Donnerstag nicht mehr. Aus, vorbei, der Schröder geht in die Insolvenz und schließt Filialen. Auch die im Center. Nach 15 Jahren. Centermanagement und Insolvenzverwalter schieben sich gegenseitig die Schuld zu. Zu hohe Miete, zu viel Hausmannskost? Erst einen Tag zuvor haben das die Mitarbeiter erfahren. Ein schwerer Schlag für sie. Als sie am Donnerstag den Laden ausräumen, ist niemand zum Lächeln zu Mute. Viele haben Tränen in den Augen. So loslassen zu müssen, muss grausam sein. Uns Kunden bleibt nur, ihnen alles Gute für die Zukunft zu wünschen. Und: Wir wollen danke sagen. Für das Essen, für die Freundlichkeit, für die extra Portion Soße, für den Nachschlag bei den Bratkartoffeln. Für das Lächeln. Danke dafür. Vielleicht sieht man sich ja irgendwann und irgendwo wieder. Vielleicht im Center. In der Mittagspause.

Mehr von Saarbrücker Zeitung