Kaltstart in die dunkle Zeit

Das mit der Uhrumstellung ist das eine. Klar, ist quatsch. Jeder regt sich drüber auf, dennoch erdulden wir es jedes Jahr gleich zwei Mal. Was aber noch viel schlimmer ist: Mit einem Schlag wird es nicht nur in Sekundenschnelle zwischen fünf und sechs Uhr stockdunkel, nein, binnen dieser Woche sind die Temperaturen von gefühlt mildem Spätsommer (Dienstag) auf Eiszeit-Niveau abgestürzt! In Schiffweiler hieß es am Freitagmorgen erst mal ne Runde Eis von den Autoscheiben kratzen. Was den Stress, noch halbwegs rechtzeitig auf die Arbeit zu kommen, massiv in die Höhe trieb. Ungute Gedanken schließen sich an, und das jenseits der Dunkle-Jahreszeit-Depression in ganz praktischer Hinsicht: Das Eis auf der Windschutzscheibe legt den Gedanken nahe, beim Auto müsse auch eine Etage tiefer was passieren. Ob die Winterreifen allerdings noch einen Hauch von Profil haben, ist mit der Demontage im Frühjahr erfolgreich verdrängt worden. Selbst wenn ihnen noch eine Saison beschieden sein sollte: Jetzt die Räder wechseln mit froststeifen Fingern macht keine Freude.

Dunkel, kalt, von jetzt auf gleich: Es ist ein kleiner Kulturschock, wenn nach vielen Sommersonnenstunden der liebe Gott die Heizung ohne Vorwarnung auf Nachtbetrieb runterfährt. Aber nichts ist so schlecht, dass es nicht auch etwas Gutes hätte: Die Weihnachtsmänner , Zimtwaffeln und Lebkuchenherzen in den Supermarktregalen haben mit den ersten kalten Tagen zumindest einen Hauch von Legitimation.