In Neunkirchen gab es am Dienstag ein Bombendrohung

Kolumne : Bombendrohungen sind doof

Bombendrohungen gehen auf die Nerven. Wie die Erfahrung zeigt, sind sie zwar meist nicht das Papier wert, auf dem sie eintreffen. Nichts dahinter. Keine Bombe im Haus, keine Gefahr. Dennoch können sie Angst machen.

Wie die am Dienstag in Neunkirchen. Im Rathaus soll eine Bombe liegen. Die Drohung kam via E-Mail – und als um 10 Uhr über dem Bliestal ein Flieger die Schallmauer durchbrach und es zwei Mal heftig knallte, fuhr es einigen Menschen in Neunkirchen heftig in die Glieder. War das nun die „Bombe“ im Rathaus? War sie nicht. Da war keine. Auch diese Warnung war gehaltlos. Auch sie drohte nur.

Das Blöde daran: Das weiß man sicher nur im Nachhinein. Also nachdem das volle Programm abgelaufen ist: Absperrungen, Evakuierung, Polizei, Sprengstoffhunde – alles nicht billig, alles nötig. Schließlich muss man so eine Drohung ernst nehmen. Keine Frage. Auch wenn sie kaum jemand wirklich ernst nimmt – wenn man ehrlich ist. Man sitzt da und denkt: Was soll der Quatsch? Und irgendwo sitzt einer und freut sich, dass alles still steht. Dass das volle Programm abläuft. Armer Willi. Arme Existenz. Wahrscheinlich noch krank im Geiste. Und so bleibt auch nach dieser Drohung nur die Hoffnung, dass die Polizei den Menschen findet, der sie rausgehauen hat. Um ihn zu bestrafen – um ihm vielleicht sogar zu helfen.

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