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Weihnachtswoche
Habt immer schön acht auf Euch

FOTO: Roby Lorenz / SZ
Von Elke Jacobi

Vor Beginn der Weihnachtszeit habe ich ein Buch bekommen. „Weihnachtsamkeit“ lautet der Titel. Mit Betonung auf Achtsamkeit. Es ist eine Art Adventskalender - jeden Tag gibt es einen kleinen Tipp, was man tun kann, um eben auf sich selbst acht zu geben. Kleine Hinweise, wie man sich selbst Gutes tun kann, mal eine Auszeit vom Alltag nimmt. Wirklich neu ist kaum was davon - denn klar ist doch: Wer im Alltag funktionieren will, der muss sich in der Freizeit auch mal Gutes tun. Sonst klappt das alles nicht und höchstens man selbst irgendwann zusammen. Freude heißt das Zauberwort, stille Momente des Genießens, des Ganz-bei-sich-selbst-Seins. Wie hat Konstantin Wecker schon vor vielen Jahren gesungen: „Wer nicht genießt, ist ungenießbar.“ Einfach ist das nicht. Zum positiven Denken, da muss man sich erziehen. Kann man aber. Natürlich erreicht jeden auch einmal eine Nachricht, die beim besten Willen nicht positiv zu drehen ist. Aber nur, wenn man dann ausreichend Kraft gesammelt hat in seinen Glücksmomenten, dann kann man auch diesen Unbilden des Lebens entgegentreten. Und man wird dankbar, bekommt ein Gefühl dafür, dass das Selbstverständliche so selbstverständlich gar nicht ist, nicht für alle Menschen. Denn ist es nicht ganz wunderbar, morgens in einem freien Land gesund im eigenen Bett im warmen Haus aufzuwachen? Diese Dinge schätzen zu lernen  - auch das ist eine Form der Achtsamkeit. Jeden Tag noch einmal dran erinnert zu werden, wie leicht es ist, Freude zu empfinden, das hat Freude gemacht. Meist ist es ganz einfach: Sei vergnügt bis um zehn Uhr - dann läuft der Rest des Tages wie von selbst. In diesem Sinne: Frohes Fest.