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WM-Momente
Geteilte Freud’ ist doppelte Freud’

FOTO: SZ / Roby Lorenz
Wir sind vier von 34 Millionen Deutschen, die gebannt auf den Fernseher starren. Auf der Couch im Wohnzimmer, denn der Juli 2014 ist nass und kühl in Deutschland. 90 Minuten sind schon rum, es geht in die Verlängerung. Von Heike Jungmann

Wir schwanken zwischen Hoffen und Bangen. In der 113. Minute dann die Erlösung: Auf Zuspiel von Toni Kroos startet André Schürrle auf die linke Seite, wird bedrängt, spielt eine Flanke über Martin Demichelis ins linke Eck des Fünf-Meter-Raums, wohin sich Mario Götze freigelaufen hat. Götze springt dem Ball entgegen, nimmt ihn mit der Brust und schießt per Drehschuss mit links ins lange Eck. Deutschland führt 1:0 gegen Argentinien, acht Minuten später pfeift der Schiedsrichter endlich ab. Es ist 23.36 Uhr. Ganz Deutschland liegt sich in den Armen und feiert. Plötzlich klingelt das Festnetz-Telefon. Wer ruft denn jetzt um Himmelswillen an? Eine zarte Frauenstimme ertönt. „Here is Jean, Congratulation to the Soccer-Championship!“ Wahnsinn. Unsere Freundin Jean aus Florida gratuliert uns zum Weltmeistertitel. Wir nehmen die Glückwünsche entgegen, als hätten wir persönlich gewonnen.


Wäre super, wenn das Telefon am 15. Juli 2018 um 17.45 Uhr wieder klingeln würde . . .