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Was so los war
Ganz schön verschnupft . . .

FOTO: SZ / Roby Lorenz
Manchmal kann noch so viel los sein: Wer leidend ist, den juckt das alles herzlich wenig. Ein etwas persönlicherer Wochenrückblick.

Los gegangen ist es eigentlich schon am vergangenen Wochenende. Weihnachtsmärkte wohin das Auge reicht — und unsereins hat Gliederschmerzen und Schüttelfrost. Die Nachricht über einen Brand mit der Evakuierung von sechs Personen lenkt erst einmal vom eigenen Elend ab. Das Selbstmitleid weicht Dankbarkeit für die ehrenamtlichen Feuerwehrleute und Unverständnis über das, was so manchen Menschen im Kopf rumgeht. Denn hier lag eindeutig Brandstiftung vor. Da nicht nur die Kreuznacher Diakonie über Nachwuchs klagt, Tee und Obst beim Erkältungskampf erst einmal nicht helfen, gibt es nur eines: einen Tag zu Hause bleiben, um mal richtig auszukurieren. Es irrt, wer glaubt, dass das genügt. Hustend und schniefend nimmt man zur Kenntnis zum einen, dass die verbliebenen Kollegen zwar Abstand halten, aber froh sind, dass man sie trotz des großen persönlichen Leidens unterstützt und zweitens, dass der Chef der Neunkircher Kulturgesellschaft ankündigt, bereits am Freitag, also gestern, die Stadt zu verlassen. Unter über 40 Bewerbern ist man im Rathaus derweil dabei, die Nachfolge festzuklopfen. Dass in Ottweiler die Innenstadt verkehrsberuhigter werden soll, ist immer mal wieder ein Thema und sicher ein wichtiges. Bei Kopfschmerzen, tränenden Augen und Halsweh aber – mit Verlaub – an diesem Tag der Chronistin so hoch wie breit. Ihr ist mehr daran gelegen, den Papiertaschentuch- und Erkältungsmedikamentenverbrauch anzukurbeln. Aber zum Ende der Woche wird dann irgendwie doch wieder alles gut: Das Naseputzen hat sich auf einmal pro Minute verkürzt, liebe Menschen schenken Bedürftigen warme Jacken (dann bleiben hoffentlich die von ekligen Erkältungen verschont), im ehemaligen Höllgelände in Illingen gibt es das erste Geschäft, die nächsten Weihnachtsmärkte stehen an. Es steht ein ruhiges Wochenende mit Durchschlafmöglichkeit bevor. Das allerdings eine Veränderung mit sich bringt, die in dem Jammer-Rausch fast unterging: Die Redaktion zieht um.