Fried schiebt Argumente nach

Mehr als 3000 Facebook-Freunde hat jetzt die Neunkircher Redaktion der Saarbrücker Zeitung. Das spornt uns zusätzlich an, auch auf diesem Informationskanal gute journalistische Arbeit abzuliefern. Internet-Plattformen wie saarbruecker-zeitung.de und Facebook ergänzen unsere gedruckte Ausgabe.

Zugleich bieten sie ganz eigene Möglichkeiten. So haben wir angesichts der in Neunkirchen und Umgebung aufgeflammten Debatte um eine Globus-Ansiedlung unsere Facebook-Nutzer gebeten abzustimmen, unter welchen Bedingungen sie den Handelsriesen vor den Toren der Stadt wollen. Dienstag lag das Resultat vor: 75 Prozent der Umfrage-Teilnehmer sind ohne Wenn und Aber dafür, dass Globus nach Neunkirchen kommt. Bedenken aus Umwelt-Aspekten punkten kaum, die vielleicht schwindenden Umsätze aktueller Platzhirsche wie Kaufland , Aldi oder Lidl erst recht nicht.

Diese breite Zustimmung baut Oberbürgermeister Jürgen Fried nun in seine Argumentationskette für eine Globus-Ansiedlung ein. Zunächst war er - taktisch nicht unklug - noch in Deckung geblieben, als der Illinger Bürgermeister Armin König das Ansiedlungsprojekt und den favorisierten Standort an der B 41 massiv kritisierte hatte. König fühlte sich gefordert, weil Flächen des Naturschutz-Zweckverbandes "Landschaft der Industrie-Kultur Nord" betroffen sind. Diesem Verband steht er zur Zeit vor. Der Chef der mächtigen SPD-Fraktion im Stadtrat, Willi Schwender, konterte dann scharf und dachte sogar über einen Austritt Neunkirchens aus dem Verband nach.

Kaum vorstellbar, dass diese Retourkutsche ohne Placet des OB erfolgte. Im Übrigen hat Fried seine Zurückhaltung diese Woche abgelegt. Mit starken Argumenten rollte er den roten Teppich für Globus aus. Eines davon: Bei der Ansiedlung des Handelsriesen geht es nur um ein Vierhundertstel der LIK-Nord-Fläche. Und nicht um ein Areal, das schon ewig der Natur "gehört", sondern um ein Grundstück, auf dem zu Bergbauzeiten Schuttmassen abgelagert wurden.