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Zeit der Wunder
Es ist und bleibt die Zeit der Wunder

FOTO: Roby Lorenz / SZ
Die Weihnachtszeit ist die Zeit der Wunder. Das ist einfach so. Und nicht erst, seit das filmisch belegt wurde und nicht nur in Manhattan. Nun heißt’s: bereit sein für besondere Erlebnisse. Beispiele? Nehmen wir die Katze. Sozusagen die Mutter aller Katzen. Unserer Katzen. Der wurde es irgendwann zu belebt,  schon vor Jahren hat sie sich eine andere Unterkunft gesucht. Ab und an hatte sie mal vorbeigeschaut, wohl um zu zeigen: Mir geht es gut. Und um nachzugucken, ob für ihre Nachkommenschaft - Tochter und Enkel - dasselbe gilt. Nun wart die mit fast 20 Jahren schon betagte Dame lange nicht gesehen - bis zum ersten Advent. Pünklich zur Wunderzeit des Jahres sitzt sie da, wartet auf Leckerli - als sei sie nie weggewesen. Von Elke Jacobi

Aber es geht noch besser. Viel besser. Ein normaler Arbeitstag. Es meldet sich die Telefonzentrale. „Ein Gespräch für Sie, eine Frau P.“ Grübel, grübel. Frau P.? Es meldet sich  eine zaghafte Stimme - und eine Welle von Kindheitserinnerungen schwappt durch den Hörer. Es ist die Mutter der einst besten Freundin aus Kindertagen. Diese hatte man immer seltener gesehen, mit ihrem Wegzug schließlich vor vielen, vielen Jahren ganz aus den Augen verloren. Sehen wird man sie nun nie mehr können, wie die traurige Nachricht des Tages lautet. Die Eltern haben sich auf die Suche gemacht nach der Begleiterin aus der Jugendzeit, haben über Umwege zu ihr gefunden und: wollen sie nach Jahrzehnten so gerne wiedersehen. Gerne bald. Eins ist klar: Der Abend nach dem Anruf wird ein Abend zwischen Trauer und Freude, ein Abend proppenvoll mit Fotos, Erinnerungen und auch ein paar Tränen. Doch nicht nur Tränen der Trauer - auch Tränen der Freude. Schließlich wird man Menschen wiedersehen, die einst ein wichtiger Teil des Lebens waren, die das Mädchen mit auf Tagesausflüge nahmen und der Zwölfjährigen zum ersten Mal im Leben die Welt des Theaters zeigten. Das Treffen wird eines ganz sicher werden: Wunderbar!