Unsere Woche: Ein kurzer Plausch mit Ringel Karl

Unsere Woche : Ein kurzer Plausch mit Ringel Karl

Karl Ringel ist kein gebürtiger Neunkircher. Er stammt aus Fürth, aus dem Frankenland. Bereits 1953 hatten ihn die Borussen mit Franken ins Auto „gelockt“. Damit der damals 17-Jährige in Neunkirchen Tore schießt. Was er auch tat. 247 Spiele machte er in der damaligen 1. Liga, traf 107 Mal. 1956 stand er beim letzten Länderspiel des Saarlandes vor 65 000 Fans gegen die Niederlande (2:3) auf dem Platz, schoss das letzte offizielle Tor für den damaligen „Saarländischen Fußballbund“. 1959 seine Länderspiele für Deutschland unter Sepp Herberger und neben Helmut Rahn im Sturm in Ägypten. Eine Fußball-Legende, der Ringel Karl.

Und heute? Heute schlendert Ringel jeden Morgen durch die Bahnhofstraße in den Zeitschriftenladen, kauft sich eine „Bild“ und stellt sich vor die Redaktion der Saarbrücker Zeitung, um im Schaukasten die neueste SZ-Ausgabe zu lesen. Wie am Freitag. „Kaufen“, lautet unsere Ansage. „Steht ja nichts mehr über die Borussia drin“, antwortet Karl. „Aber was willst du auch schreiben? Ist ja nix mehr los mit der Borussia“, sagt er und schaut ein wenig traurig. Vielleicht schaffen es die Borussen ja wenigstens am 30. September mal einen Sieg einzufahren In Mettlach. An Ringels 85. Geburtsag. Ihn würde es sicher freuen.