Ein Kolumne über den Globus in Neunkirchen

Unsere Woche : Männer, Männer im Spät-Sommer

Fangen wir harmlos an: Das Wetter war ganz schön diese Woche. Die Sonne zimmerte herrliche Tage ans Firmament, Sonnenbrillen schoben Überstunden. Auch beim Handwerkertag am heutigen Samstag auf dem Stummplatz: freundliche Gesichter, weiße Zelte und Sonnenschein.

Selten so einen schönen Spätsommer gesehen. Danke dafür, liebe Sonne. Und klar, natürlich war diese Woche nicht alles eitel Sonnenschein in und um Neunkirchen. Schon gar nicht, wenn es um diesen Einkaufsmarkt geht, der eine Weltkugel im Logo hat – und Globus heißt.

Er soll kommen – zwischen Gebläsehalle und Gasometer. Der ja bekanntlich fallen muss, wenn der Globus kommt. Da mussten die Neunkircher schon schlucken, als sie das gehört haben. Dass er kommen darf, hat der Stadtrat in Neunkirchen beschlossen. Das Gelände ist bereits in Besitz der Globus-Gruppe. Doch es gibt andere Meinungen, Widerspruch gegen den Wurstweck-Versorger. So haben die Gemeinden Schiffweiler, Merchweiler und Illingen beim Innenministerium Einsprüche eingelegt. Die Umweltverträglichkeitsprüfung sei nach Ansicht der Gemeinde Illingen unvollständig und defizitär, die geplante Verkaufsfläche von knapp 8000 Quadratmetern sei zu groß. Bei den Gutachten, die es zuvor gab, seien Fehler gemacht worden. So seien bei der Auswirkungsanalyse der Größe und des Sortiments des Marktes „eklatante Schwächen im Guten, was Grundannahmen und Bewertungen angeht“ geschehen. Die Gemeinden befürchten massive Schäden für ihren Einzelhandel.

Und schon geht die Schreierei los. Viele Neunkircher springen im Dreieck, beschimpfen den CDU-Mann König. Sie schreiben Leserbriefe. SPDler geben dem Bürgermeister Feuer. Er feuert zurück. Ein veritables Verbal-Gewitter gab das unter der Woche. Sogar das Wort „hirnrissig“ (siehe C3) fällt. Männer, Männer. Muss das auf dieser Ebene sein? Bei dem Wetter? Für wen von den Streitenden am Ende die Sonne scheint, ist eh noch nicht abzusehen. Fest steht: Wir schauen zu und berichten darüber. Egal, wie die Großwetterlage ist.

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