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Kolumne Ach was?!
Die karge Woche eines Fastenfreaks

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Ich mach das jetzt einfach mal: Fasten. Warum auch nicht? Es müssen ja nicht unbedingt gleich 40 Tage sein. Ne etwas schmalere Variante tut‘s sicherlich auch. Fasten für Faule. Nach ausgiebiger Recherche im Internet – also bei Google flott „Fasten“ reingedonnert – taucht auch schon ’ne Fasterei nach meinem Gusto auf: Basenfasten, auch Glücksfasten genannt.

Dauert nur sieben Tage, und Glück ist ja nix Schlechtes. Hört sich top an. Auf den ersten Blick zumindest. Wenn da nicht das Kleingedruckte wäre: Gegessen werden darf nämlich nur basisches Zeugs. Was immer das auch ist. Verboten sind alle säurebildenden und säurehaltigen Lebensmittel. Was immer das auch ist. Das ganze Ausmaß der Katastrophe sieht so aus: Fleisch, Brot und Milchprodukte, Nudeln, generell alle Mehlspeisen, Alkohol, ja sogar Kaffee – alles verboten. Geht‘s noch, ihr Fastenfuzzis? Soll ich vielleicht Tee trinken, um morgens in die Latschen zu kommen? Und was soll ich überhaupt essen? Diese Frage wird ebenfalls beantwortet, wenn auch nicht zu meiner Zufriedenheit: Gemüse. Roh oder gekocht. Gemüsebrühen. Salat. Müsli. Obst. Gerne getrocknet. Das war‘s. Ende der Fasten-Fahnenstange. Mehr gibt‘s nicht. Ach doch, Moment. Ich darf auch was trinken: Wasser. Und Obstsaft. Und, ich hab‘s geahnt: Tee. Es werden sieben schreckliche, quälend lange Tage. Was es allerdings mit dem Glück auf sich hat, ist mir schleierhaft. Gemeint sein kann nur: ein Glück, wenn diese sieben Tage endlich rum sind.