Das Stadtbild ändert sich – Kritiker bleiben

Kolumne Unsere Woche : Stadtbild ändert sich – Kritiker bleiben

Neunkirchen verändert sich. Und kritisiert. Ein neuer Brunnen auf dem Stummplatz – gefällt nicht jedem. Dass der Gasometer weg muss, finden die meisten doof. Zu kämpfen hatte damit auch der designierte Oberbürgermeister Jörg Aumann – vor allem mit seinen Argumenten, warum das blaue Unikat weg soll.

Er hatte einfach keine guten. Sein bestes: Den Gasometer zu kaufen und zu sanieren, sei zu teuer. Zumal solche Gasometer meist Giftdosen sind: Teere, Schwefel, Ammoniak – derbe Leckereien könnten darin warten, über die sich in Neunkirchen noch niemand kritisch geäußert hat. Dass es nun keine Bäckerei mehr im Saarpark-Center gibt, finden alle blöd. Da neben den drei Kohl-Bäckereien, auch Wurstfabrikant Schröder vor kurzem seine Center-Filiale geschlossen hat, sieht es dort derzeit ob der Leerstände etwas trist aus. Der Anblick verweist wenig sachte darauf, dass der Einzelhandel auch in Neunkirchen zu kämpfen hat. Auch das finden alle blöd. Wobei einige das natürlich vorher gewusst haben.

Die Bliesterrassen gefallen auch nicht jedem Neunkircher. Die Stadt hat 5,4 Millionen Förder-Euro an den neuen Terrassen verbaut, die seit Freitag fertig sind. Dazu eröffnet bald ein neues Café am Pavillon. „Schöner als vorher“, so lautet der kleinste gemeinsame Nenner in der Stadt zu den Terrassen. Sind die Treppen am Fluss für einige ein gelungener Umbau, sind sie für andere eine zu teure Betonwüste. Fest steht: Das Stadtbild verändert sich. Und: Lob ist leise und Kritiker sind laut.

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