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Unsere Woche
Das schwere Erbe der Heinitzer

FOTO: SZ / Roby Lorenz
Ein Erbe kann man ausschlagen. Außer man ist eine ehemalige Bergbaugemeinde. Da kann man nicht sagen: „Nein, mit den Hinterlassenschaften will ich nichts zu tun haben. Macht mal die Löcher zu, die Gebäude weg, und die verseuchte Erde von der alten Kokerei – nehmt die wieder mit.“ Das funktioniert nicht. Nein, man muss sich mit dem Erbe auseinandersetzen. In Landsweiler, in Quierschied, im Warndt – und auch in Heinitz. Von Michael Kipp

Dabei hat es nichts genutzt, dass die knapp 700 Einwohner des Neunkircher Stadtteils schön öfters gefordert hatten: Jetzt macht mal den Dreck weg. Schließlich sind unsere Böden vergiftet. Von der Kokerei, die seit 1963 nicht mehr steht. Seit knapp 55 Jahren. Seit 2006 wissen die Heinitzer offiziell, dass Teile ihres Ortes auf vergifteter Erde wurzeln. Damals gab es die ersten, ernsthaften Untersuchungen. Also 43 Jahre nach dem Ende der Kokerei. Ging ja schnell. Und 2018? Da geht es los mit der Sanierung des Geländes. Auf dass die Heinitzer mit ihrem Erbe nicht nur leben müssen – sondern auch können.