1. Saarland
  2. Neunkirchen
  3. Kolumnen

Chancengleichheit hat ihren Preis

Chancengleichheit hat ihren Preis

Die Sozialausgaben kosten den Kreis Neunkirchen ein Heidengeld. Das steht außer Frage. Der Kreistag und insbesondere die Kommunen sähen es gerne, wenn sich da etwas sparen ließe.

Die sieben Städte und Gemeinden müssen schließlich mit Blick auf die eigene grausige Kassenlage per Umlageverfahren den Kreis zu einem guten Teil finanzieren. Wie die Millionenbeträge etwa für die Jugend- und Familienhilfe zu kappen wären, dieser Frage geht der Kreistag seit zwei Jahren nach. Was macht man bei solch kniffligen Fragen? Man beauftragt Experten mit einer Studie.

Diese Woche hat das Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz einen weiteren Zwischenbericht vorgestellt. Der kommt allerdings auf den ersten Blick nicht zu dem, was sich die Kommunalpolitik so sehnlich wünscht. Er möchte nämlich zur Bekämpfung der explodierenden Kosten zum einen mehr Mitarbeiter in die Jugendämter bringen, und darüber hinaus gesellschaftliche Institutionen vom Kindergarten bis zum Fußballverein gestärkt wissen. Damit junge Menschen erst gar nicht tief in die Misere und in teure Hilfemaßnahmen der öffentlichen Hand geraten. Ein löblicher Ansatz, gewiss. Aber bleibt damit der Deckel auf dem Kostentopf? Der Kreistag und die Kommunen würden sich wohl lieber einen soliden Streichplan wünschen, damit der Haushalt stimmt. Die Gretchenfrage bleibt mithin, ob die Gesellschaft den humanen Ansatz, möglichst vielen Menschen die Chance auf ein vernünftiges Leben zu eröffnen, beibehalten und bezahlen will, oder nicht. Schaut man auf den Reichtum im Land, scheint das Geld im Grunde ja vorhanden.